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Ostafrika.
Busch- und Baumsteppe bewachsen. Aber in den hinsichtlich der Niederschläge benachteiligten Landstrichen westlich vom Ulugurugebirge wird sie äußerst dürftig, und im trockenen Hinterland von Sadani geht sie sogar in die mit niedrigen Sträuchern besetzte grasarme Dornoder Obstgartensteppe über, die von da aus weit in das Massailand hineinzieht. Nur das etwas erhöhte Usaramoplateau trägt strichweise Steppenwald, und die regenreichen Ulu- guruberge eine Stufenfolge von Gebirgsformationen, vom tropischen Regenwald an den unteren Osthängen bis zum Hochweideland der Gipfelregionen.
Die Tierwelt des nördlichen Küstenhinterlandes ist in ihren Hauptbestandteilen dieselbe, aus Gattungen der Mocambiqueküste bestehende, die wir schon im südlichen Küstenhinterland kennen gelernt haben (S. 141). Vermehrt werden sie durch Somalgattungen, wie z. B. die Kongoniantilope (Lubalis eoksi), die Giraffengazelle (I^tnoorg.riiu8), die kleine Kuduantilope (Ltr6x8ieera8te8), Spießbock (Or^x), rote Erdeichhörnchen (Xsro.8) usw., und durch einzelne Gattungen des östlichen Sudan, wie z. B. das Tapirböckchen (Rnxnono- trasu.8). Aber der Zahl nach ist dieses Gebiet, das, wenn auch nicht dicht, so doch ziemlich gleichmäßig von Menschen bewohnt und das Hauptdurchzugsland des Verkehrs zwischen der Küste und dem Innern ist, recht wildarm.
Die Bevölkerung des nördlichen Küstenhinterlandes werden wir in der nachstehenden Betrachtung der Einzellandschaften kennen lernen. Ethnographisch und anthropologisch ist es eine im ganzen recht homogene Masse von „Urbantu", zwischen denen nur an zwei Stellen eine größere Gruppe fremdartiger Eindringlinge sich erhalten hat: eine Wangonikolonie im Bezirk Kissaki und eine den metamorphischen Bantu angehörende Gruppe von Wakamba in Usaramo. Im äußersten Nordostzipfel reichen auch die metamorphischen Wadigo ein Stück in unser nördliches Küstenland herein. Im übrigen sind die Stämme benannt nach ihren Landschaften: Wasaramo, Wadoe, Wakwere, Waseguha usw.
Lange Zeiten hindurch ist dieses Küstenhinterland von den sklavenjagenden Arabern und Suahelimischlingen ausgeplündert und seiner Menschen beraubt worden; daher die relative Spärlichkeit seiner Bevölkerung und ihr kultureller Tiefstand gegenüber den Völkern der Küste und des weiteren Innern. Da es von Natur ein armes Land ist, war auch die Wirkung der von der nahen Küste ausgehenden Kultureinflüsse gering (S. 75).
Die Betrachtung der Einzellandschaften beginnen wir im Südosten mit Usaramo, anschließend an jene des südlichen Küstenhinterlandes im vorigen Kapitel.
1. Usaramo.
Die von der Daressalamküste im Osten, dem Rufidji im Süden, dem Kingani im Norden und von Khutu im Westen umschlossene Landschaft Usaramo stellt sich uns als ein im ganzen welliges, durch Bachtäler zerschnittenes Plateauland dar, das sich parallel dem Mittellauf des Kingani von Südwesten nach Nordosten in die Länge zieht und 15 Km von Daressalam in den Pugubergeu endet, resp, beginnt. In einzelnen Punkten des Südwestens erhebt es sich bis zu etwa 450 m Höhe, nach Norden dacht es sich sachte zur Kingani- ebene ab, nach Osten und Südosten aber fällt es ziemlich rasch zum Küstenland hinunter und ebenso im Südwesten und Westen zur Khutuebene 205, Das Plateau baut sich zumeist aus roten sandigen Lehmen auf; aber im Südwesten des Landes treten unter den Deckschichten ältere Bildungen in Gestalt dickbankiger Sandsteine hervor, die sehr wahrscheinlich zu der Folge der oberjurassischen Schichten gehören, wie. wir sie weiter südlich