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Pycnostachys Goetzenii Gurke, Thunbergia alata, Plantago palmata, Galium dasycarpum, G. Aparine, Vernonia Goetzenii O. Hffm., baumartig, Cineraria bracteosa O Hffm., Senecio Goetzenii O. Hffm., bis 4 m hoch. Dass diese Pflanzen nur einen kleinen Theil der Hochwaldflora am Kirunga repräsentiren, ist gewiss; aber diese Bestandtheile des Niederwuchses zeigen eine ausserordentlich grosse Uebereinstimmung mit der Flora Abyssiniens und des Kilimandscharo.
IX. Die subalpine und alpine Region Ostafrikas.
IXa. Die subalpine Strauch-Region.
Auf der leicht gewellten, oberhalb der Baumgrenze gelegenen, steinigen Hochebene des Kilimandscharo tritt uns eine subalpine Strauchformation, die Ericinella-Formation (Volkens a. a. O. S. 163) entgegen, durchschnittlich bis 3600 m, stellenweise bis 4000 m reichend, vorzugsweise zusammengesetzt aus isolirten halbmannshohen rundlichen Sträuchern der Ericinella Mannii '1, welche auf den meisten Hochgebirgen Ostafrikas ebenso wie auf dem Kilimandscharo vorkommt, der ovalblätterigen Myrica Meyeri Johannis, der prächtigen Protea kilimandscharica mit faustgrossen gelblich-weissen Blüthenköpfen, den Leguminosen Adenocarpus Mannii, Psoralea foliosa, Lotus tigrensis, Smithia recurvifolia, dem unserem Johanniskraut nahestehenden Hypericum kiboense, dem Hypericum lanceolatum 4 -, der Myrsine africana 4 , der grauen Arte- misia.afra 4 - und der nadelblättrigen, im Wuchs an Knieholz erinnernden Senecionee Euryops dacrydioides, durchsetzt von Pteridium aquilinum. Die .Grasvegetation ist hier nur dürftig, besonders charakteristisch aber ist die in 3 dm hohen Büscheln auftretende Danthonia borussica. Ihr gesellt sich Koeleria cristata zu, und in Schneemulden wächst noch Anthoxanthum nivale. Sodann fallen in dieser Region noch besonders in die Augen die häufig und gesellig auftretenden Blaerien, kleine Heidekräuter von 0,5 — 0,75 m Höhe, von denen eine Art auch auf den abyssinischen Hochgebirgen und auf dem Kamerungebirge wächst: Blaeria Meyeri Johannis, B. glutinosa und B.
spicata. Ausser den auf den Bergwiesen vorkommenden und früher erwähnten Arten, welche mit einem t bezeichnet sind, finden sich namentlich noch folgende Arten mehr oder weniger zerstreut: Carex monostachya, an trockenen Stellen zwischen Lavablöcken, Rasen bildend, Luzula Volkensii, an die L. spicata erinnernd, Arabis albida, die aus dem Mittelmeergebiet hierher gelangt ist, Subularia montana, an feuchten Stellen, Trifolium kilimandscharicum, Stenophragma Thalianum, Oxalis corniculata var. procumbens, Lobelia kilimandscharica, Helichrysum fruticosum var. compactum und II. abyssinicum, Senecio Purtschelleri, nur 2 dm hoch, mit linealischen gezähnten Blättern, S. Meyeri Johannis, von unten auf verzweigt, mit gezähnten Blättern, auch noch bei 4400 m, S. Telekii, auch nur 1—2 dm hoch, mit flockigem Filz bekleidet und S. Volkensii, eine ebenfalls graufilzige Art, alle mit gelben Bliithen, endlich S. Schweinfurthii, mit lang linealischen gesägten Blättern.
Niedere Kryptogamen wurden in dieser Region reichlich gesammelt, von erdbewohnenden Flechten nur folgende: Stereocaulon confluens und St. ramulosumt; Cladonia crispata und CI. Floerkeana, Diploschistes scruposus, Buellia cinereocincta; dagegen von erdbewohnenden Moosen: Lejeunea hepaticola, Andreaea firma, A. striata; Anoectan-