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wald oder Mischwald, und dann beginnt in der Höhe der unteren Nebelgrenze um 1200 m die Kulturregion des Hügelgebietes von Dschagga, in welchem dereinst eine Waldflora geherrscht haben mag, die derjenigen des oberen Ge- birgstropenwaldes von Usambara einigermaassen entsprach, von der aber jetzt nur noch spärliche Reste vorhanden sind, welche neben der herrschenden Flora des Gebirgsbuschwaldes auftreten. Als solche Reste der Waldvegetation dürften anzusehen sein folgende in der Landschaft Kiboscho, zwischen den Bananenpflanzungen hier und da noch auftretende Bäume:*) Phoenix reclinata, Ficus capensis, F. mallotocarpa, bis 30 m hoch, F. chlamydodora, bis 50 m hoch, F. Holstii, bisweilen reich besetzt mit epiphytischen Orchideen und Farnen, Trema guineensis, Albizzia fastigiata, Croton macrostachys, Synadenium Volkensii, Spondiopsis trifoliolata, Adina rubrostipulata, Maesa lanceolata, Cordia Holstii, Brucea antidysenterica, Cleroden- dron Johnstonii, Trichilia Volkensii, Turraea Volkensii, Kkebergia Rueppelliana, Bersama Volkensii, Stylidium chinense, Rauwolfia ine- brians, Paxiodendron usambarense. Mehrere dieser Arten oder nahe verwandte treten in dem Gebirgstropenwald Usambaras auf; aber die meisten, mit Ausnahme der Ficus, zeigen am Kilimandscharo eine bescheidene Entwickelung ihrer Stämme, so dass der grösste Theil des Waldes am Kilimandscharo mehr der Gebirgsbuschwaldformation entspricht (s. daselbst). Audi die Bachufer zeigen einen ähnlichen Charakter wie in Handei von Usambara, und die wilde Banane kommt, wenn auch spärlich, so doch auch noch in der Kulturregion des Kilimandscharo an steilen Felsen und anderen Stellen vor, welche die Eingeborenen nicht ausnutzen konnten. Es ist also wahrscheinlich, dass früher auch am Kilimandscharo stellenweise noch Gebirgstropenwald existirt hat, an dessen Stelle dann grösstentheils Kulturland, theils Buschwald getreten ist. Ob ein Theil der Wälder von Ivikuju noch als tropischer Gebirgswald zu bezeichnen ist, vermag ich nicht zu entscheiden, halte es aber nicht für wahrscheinlich.
VI e. Gebirgstropenwälder in den unteren Regionen des centralafrikanischen Seeengebietes.
Das in dem äquatorialen Afrika im Westen des 1190 m hoch gelegenen Victoria-Nyansa oft bedeutend aufsteigende Gebirgsland bietet in seinen Schluchten vielfach die Existenzbedingungen für die Entwickelung von Gebirgstropenwald mit hohen Bäumen, Lianen und Epiphyten.
Nach Stuhlmann nehmen die über den Victoria-Nyansa streichenden Südostwinde reichlich Feuchtigkeit auf und schlagen sie an der 150—200 m hohen, steilen Felskante des Westufers nieder. So finden wir denn im nördlichen Ihangiro in Buddu und dem südlichen Uganda eine üppige, tropische Waldvegetation, welche mit derjenigen des hier schon verhältnissmässig nahen tropischen Westafrika sehr übereinstimmt. Da Dr. Stuhlmann längere Zeit in Bukoba weilte, so können die daselbst von ihm gemachten Sammlungen schon eine annähernde Vorstellung von der dortigen Waldflora geben. Eine der auffallendsten und besonders charakteristischen Pflanzenformen der Urwälder im Seeengebiet sind die Raphia-Palmen, welche stellenweise an der Kagera-Mün- dung und auf der Insel Sesse, auf letzterer zusammen mit Phoenix in grosser Menge auftreten. Unter den dikotyledonen Baumformen nehmen eine hervorragende Stellung die P'icus-Arten ein, F". exasperata, P\ cyathistipula, F. lanigera, IL persicifolia, F. stcrculioidcs; sodann sind von Moraceen zu nennen die zuerst aus Westafrika bekannt gewordene Myrianthus arborca,
*) Vergl. Volkens, Exkursionen am Kilimandscharo in Verh. d. Ges. f. Erdkunde 1895.