Teil eines Werkes 
A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
Entstehung
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Bananen, einige dikotyle Bäume, reichliches Unterholz und viel Schlingpflanzen. Er ist durch Rodungen vielfach unterbrochen, da gerade diese Formation wegen ihres Wasserreichthums in hohem Grade zur Anlage von Pflanzungen geeignet ist. Nach unten geht der Quellenwald in die bereits besprochene Formation Vla-f über, welche vielleicht auch mit dieser zu vereinigen ist. Häufig grenzt er auch unmittelbar an den Gebirgsbuschwald und die Adlerfarnformation. Die hier vorkommenden Bäume und Sträucher sind folgende: Phoenix reclinata oder eine nahe verwandte Msala-Palme, häufig, an einzelnen Bächen noch bis 1900 m aufsteigend; Musa spec., gern an Bächen zwischen Steinen, mit mächtigem, bisweilen 1 m dickem Stamm, namentlich bei Mlalo; Ficus capensis; Ocotea usambarensis (VIba); Parinarium Holstii, 50 m hoch, mit lanzettlichen, unterseits grauen Blättern; Bersama paullinioides, 15 m hoher Baum, bisher nur aus Kamerun bekannt; Cussonia spicata, bis 20 m hoher Baumstrauch, ausgezeichnet durch die eigenartig zerschnittenen Blatt­spreiten, auch im Kapland und auf den Comoren; Mimusops cuneata (Vb), 3,57 m hoher Strauch; Nuxia floribunda var. Holstii, 8 m hoher Baum­strauch mit 10 cm langen, 2 cm breiten lederartigen Blättern und grossen Rispen, bisweilen auch baumartig; Mussaenda tenuiflora, ein 30 m hoher Baum mit schöner schirmförmiger Krone, mit 12 cm langen und 5 cm breiten Laubblättern, mit 3 cm grossen goldgelben Blumenkronen und 8 cm langem, 3 cm breitem, herzförmigem Kelchblatt an denselben, ein prächtiger Baum; Psychotria lamprophylla, ein Strauch mit langgestielten Blättern.

Von Lianen kommen in dieser Formation vor: Landolphia Petersiana, von mächtiger Entwickelung mit länglichen, lederartigen, beiderseits kahlen und glänzenden Blättern.

Von anderen Pflanzen dieser Formation wurden gesammelt: Bryum Po- moniae, Philonotis androgyna, Ph. mauritiana; Gleichenia linearis; Phegopteris Totta; Blechnum polypodioides; Nephrolepis tuberosa; Pteridium aquilinum var. lanuginosum; Pteris biaurita; Ptericlella viridis; Aspidium riparium, alle diese bei Mlalo; Fleuryaaestuans bis

2 m hoch; Pilea usambarensis, unten kriechend, dann aufrecht; Impatiens raphidothrix, I. trichochila, bis 1 m hoch und I. Soclenii (die letzteren nur bei Mlalo); Begonia Johnstonii (= B. Holstii Engl, in Bot. Jahrb. XVII. 160) (VIb); Dissotis prostrata (bei Mlalo); Lysimachia africana (Vllb^), im Bachuferschlamm; Hewittia sublobata (nur bei Mlalo). Solanum guineense (IIIi); Streptocarpus glanclulosissimus, Str. rivularis (bei Mlalo); Olden- landia trinervis, niederliegendes, zartes Kraut, inder Tracht an Stellaria nemorum erinnernd; Adenostemma viscosum (Vlc-f, Vllbß); Vernonia subuligera, schöne Staude mit unterseits filzigen, länglichen, 15 cm langen,

3 cm breiten Blättern und reichblüthigem Blüthenstand; Gynura Valeriana (VIbß, VIII).

Nicht blos im östlichen waldigen Usambara und im nordwestlichen wald­reichen Theil findet sich die Msala-Formation vertreten, sondern auch im west­lichen Weidelandgebiet zwischen Mkomasi und Luengera treten an den Bächen Bestände der Phoenix im Verein mit Baumfarnen auf, welche höchst wahr­scheinlich Cyatheen sind, so am Wuruni.

VI d. Gebirgstropenwälder in den übrigen Gebirgen östlich des ostafrikanischen Grabens.

Wie in Hochusambara entwickelt sich auch in den Schluchten des Nguru- gebirges, welches bis zu 2000 m ansteigt, wesentlich in dem südöstlichen Theil, wo die Gipfel oft tagelang von Nebel umlagert sind, auf humusreichem Boden