eine grössere Anzahl von Typen vorhanden, 'welche auch in höheren Breiten angetroffen werden; auch ist der Wald häufiger von natürlichen Lichtungen mit wiesenartiger Vegetation durchsetzt — dies ist die Region des Hochbergwaldes oder Bergwaldes, den wir von der tropischen Gebirgswaldregion gesondert in einem der folgenden Abschnitte behandeln.
In den unteren Regionen dagegen wird der eine üppigere Vegetation bedingende Faktor der Wärme erheblich erhöht; am günstigsten sind die Bedingungen für eine üppige tropische Vegetation mit hohen und gewaltigen Bäumen, mit reichem Unterholz und zahlreichen Epiphyten in den Schluchten, welche den Winden wenig ausgesetzt sind, in denen sich reichlicher Humus angesammelt hat, in denen die durch Verdunstung erzeugten aufsteigenden Wasserdämpfe der Vegetation desselben Gebietes wieder zu gute kommen und als lokale Regen wirken. Dies ist der untere tropische Gebirgswald, der meistens ein Schluchtenwald ist. Von ihm aus steigt an den Bachufern entlang ebenfalls eine reichere Waldvegetation oft in ziemlich bedeutende Höhen hinauf, je nachdem die oberen Bachschluchten sich in mehr oder weniger gegen trockene Winde geschützter Lage befinden. Dies ist der Bachuferwald mit tropischer Waldvegetation, nach oben häufig in den Quellenwald übergehend. An den oberen Abhängen der geschützten Gebirgsthäler entsteht naturgemäss unter dem Einfluss einer etwas stärkeren Luftbewegung eine etwas niedere Temperatur; auch ist weniger Wasserdampf vorhanden als in den tieferen Schluchten, und so ist hier naturgemäss die Waldvegetation etwas anders zusammengesetzt, als in den tieferen Lagen — es ist dies der obere Tropenwald. Alle diese Waldformationen haben ehedem vor der Besiedelung durch die Negerbevölkerung eine viel grössere Ausdehnung besessen und sie werden jetzt durch den von Europäern eingeführten Plantagenbetrieb noch mehr vernichtet. Sowohl den Neger wie den Europäer hat das Vorhandensein von reichlichem Humus, von Wärme und Feuchtigkeit, welche eine ertragreiche Entwickelung der Nährpflanzen und von Genussmittel liefernden Pflanzen garantiren, zur Ansiedelung in diese Waldgebiete verlockt, und dieselben sind denn auch, namentlich in den östlichen Gebirgen, immer mehr der Rodung verfallen. Berücksichtigen wir noch die Verhältnisse, welche in älteren geologischen Epochen geherrscht haben, so finden wir, dass einstmals das vorsilurische ostafrikanische Tafelland, bevor es von eruptiven Gesteinen durchbrochen und überlagert wurde, an mehr Stellen als später und als gegenwärtig, die Seewinde aufhielt und eine tropische Waldvegetation aufkommen lassen konnte. Jeder Durchbruch der Gebirgsmassen und jede ausgedehntere Rodung an den Gehängen musste vielfach den das Innenplateau beherrschenden Steppenwinden einen grösseren Einfluss auf die Austrocknung des Bodens gestatten. Auch bei den Formationen dieser Region halte ich mich zunächst an die Ergebnisse, welche die Sammlungen aus Usambara geliefert haben und schliesse daran eine kurze Besprechung der übrigen Gebirgs- tropenwälder Ostafrikas an.
Via. Der untere feuchte Gebirgstropenwald oder Schluchtenwald
(in Usambara).
Der untere (feuchte) Gebirgstropenwald, wie er den gewöhnlichen Begriffen vom Urwald entspricht, ist in Deutsch-Ostafrika am vollkommensten im Gebirgs- land von Usambara anzutreffen und zwar in den wasserreichen Thälern des Sigi und seiner Zuflüsse, des Bombo und des Umba, wohl auch noch anderer GebirgsfUisse, soweit dieselben durch vorgelagerte Bergrücken gegen den austrocknenden Einfluss der Steppenwinde geschützt sind. Hohe Bäume, epi- phytische P'arne und Orchideen (letztere, wie es scheint, aber doch nur in ge-