Teil eines Werkes 
A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
Entstehung
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aufsteigende Gebirgsland dem Meer genähert ist, je weniger ausgesprochene Steppenlandschaften zwischen dem Gebirge und dem Küstenland entwickelt sind. Dagegen ist da, wo das Gebirge den Steppenwinden ausgesetzt ist, an den Abhängen desselben eine Uebergangsformation entwickelt, welche reich ist an Elementen der Steppenflora. Am Fuss des Gebirges von Usambara treten diese Gegensätze besonders deutlich hervor, da der Ostabfall des Gebirges der Küste sehr genähert, der Nordabfall aber den Steppen wieder im hohen Grade exponirt ist. Der Gegensatz dieser Formation ist auch um so leichter fest­zustellen, als Holst an beiden Abhängen reichlich gesammelt und von vorn­herein selbst die Verschiedenheiten dieser Uebergangsformationen und ihre Ursachen erkannt hat. Holst giebt in seinen Berichten an, dass sich unter­scheiden lassen: a) Fruchtbare Vorlandsteppen mit röthlich grauem

Boden, der nur zur Regenzeit von Bächen durchflossen ist, mit reichlichem Graswuchs und wenigen Bäumen; b) sehr fruchtbare Vorlandsteppe mit schwarzem Alluvialboden, üppigerem Baumwuchs und hohen Gräsern in den Lichtungen; c) Gebirgssteppenwald, an den Flussläufen der tief ein­schneidenden Gebirgsthäler am Rande des Gebirges.

Auf diese Formationen vertheilen sich zahlreiche Holzgewächse und andere Pflanzen, die uns schon in den geschilderten Formationen begegnet sind; es kommen aber noch andere hinzu, welche zum Theil in den Gebirgs- ländern eine weite Verbreitung besitzen.

Va. Fruchtbares Buschsteppenvorland (auf röthlich grauem Boden).

Dasselbe besitzt meist röthlich grauen Boden, der von den Höhen herab­geschwemmt, fein zertheilt und mit den Resten der abgestorbenen Vegetation versetzt, fruchtbarer ist, als der Laterit, ist nur zur Regenzeit von Bächen durchflossen, mit reichlichem Graswuchs versehen und weist nur wenig Bäume auf. Auf trockenerem Boden bildet die grosse Zahl der hier vorkommenden Sträucher dichte Bestände; wo jedoch der Boden lockerer ist, da sind aus­gedehntere Grasflächen vorhanden, auf denen nur vereinzelte Sträucher, zu­gleich aber zahlreiche Termitenhügel auftreten. Holst ist der Ansicht, dass lediglich durch die Thätigkeit der Termiten der Boden aufgelockert und frucht­barer gemacht worden ist. In dem dichten Buschgehölz finden sich viele Sträucher mit langen Zweigen, welche entweder mit denen anderer Sträucher durch einander schlingen oder erst hochgehen und dann auf das daranstehende Gesträuch als dichte Decke sich niederlegen, so dass die Strauchkomplexe oft ein undurchdringliches Dickicht bilden.

Es haben also diese Buschgehölze im Wesentlichen den Charakter der dichten Buschgehölze in Zone III. Beginnen wir auch hier zunächst mit den Akazien und den ihnen verwandten Mimossoideen-Gattungen, so zeigt sich ein noch grösserer Reichthum an solchen, als dort. Acacia mellifera, ein bis io m hoher Baum, fällt auf durch seine breit-eiförmigen Fiederblättchen, A. steno- carpa (II c), A. penn ata (II d, III c, Vc), sind uns schon begegnet; dagegen kommen noch hinzu A. usambarensis (Vb, Vc), die sich als 1520 m hoher Baumstrauch entwickelt, und vor allen A. Catechu (Ve), von gleicher Ent­wicklung, eine in Ostafrika und Ostindien weitverbreitete Art, die wohl auch bald in unserer Kolonie zur Gewinnung von Catechu verwendet werden dürfte. Dichrostachys nutans (IIc, IIIc, Vc) fehlt ebenfalls nicht. Dann sind auch noch Albizzia fastigiata (Vc, Via, VIb) und A. Petersiana, ein 3 m hoher, verzweigter Strauch mit weissen Blüthen, als besonders häufig und charakteristisch zu nennen. Sträucher, theilweise auch Bäume, mit einfachen, eiförmigen, läng­lichen oder lanzettlichen Blättern sind die Anonacee Uvaria Holstii (IIIc),