Teil eines Werkes 
A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

an den grau behaarten, mehr oder weniger rundlichen oder nierenförmigen Blättern der das Geäst der Sträucher massenhaft durchschlingenden Zweige und im ganzen Xerophytengebiet des tropischen Afrika verbreitet; weniger häufig ist die habituell einer Dioscoreacee ähnliche Tinospora tenera. Auffallend durch dichte, fuchsrothe Behaarung der jungen Sprosse und der länglich ovalen Blätter ist Dichapetalum mossambicense (Vc). Dichte Komplexe bildet die Apocynacee Cryptolepis hypoglauca, welche in der Tracht etwas an das Geisblatt Lonicera Periclymenum erinnert. Hierzu kommen eine Convolvulacee, Merremia alatipes, und von Cucurbitaceen die rauhblättrige Coccinia Moghadd, sowie die zarte, mit gedreiten Blättern versehene Momordica trifoliolata. Auch die Euphorbiacee Dalechampia Hilde- brandtii und der bis in die höchsten Gipfel kletternde Cissus usambarensis haben gedreite Blätter. Von windenden Leguminosen ist zunächst die allgemein durch ihre schwarz und roth gefärbten Samen auffallende Paternostererbse Abrus precatorius zu nennen; die übrigen, wie Glycine hedysaroides, Rhynchosia tomentosa, Dolichos argenteus, Vigna reticulata, V. steno- carpa und V. verticillata, winden vorzugsweise im Gras. Zwischen den frei­stehenden Gesträuchen ist in den Lichtungen eine kräftige Grasvegetation an­zutreffen, derzufolge auch diese Lichtungen häufig als Grassavannen bezeichnet werden. An den offenen ganz trockenen Stellen sind vorzugsweise Andropo- goneen vorhanden; Andropogon contortus und confinis, welche etwa i2 m Höhe erreichen, sind besonders häufig; zwischen ihnen bildet Ischaemum chrysartherus I m hohe Komplexe, während auf gerodetem Land Rottboellia exaltata bis 3 m hoch wird und kleine Bestände bildet. Ferner kommt in den Buschlichtungen auch Manisuris granularis vor. An schattigen Plätzen findet sich das 2 m erreichende Panicum unguiculatum. Stellenweise ist auch Panicum leucacranthum (Ia) anzutreffen, das rosettenartig niederliegende und dann aufsteigende Stengel entwickelt. Zwischen den. Gräsern kommen nun noch folgende Pflanzen vor, die Cyperaceen Scleria puzzolanea, Kyllingia cartilaginea, Fimbristylis hispidula, die Liliaceen Anthericum cam- pestre und Asparagus racemosus, die 0,5 1 m hohe Orchidee Habenaria plectromaniaca, die Leguminosen Tephrosia noctiflora, T. purpurea und Indigofera viscosa, von Malvaceen Hibiscus surattensis (Vf), auf dem Boden liegend, mit orangegelben Blüthen, H. physaloides (Vg), etwa 0,75 m hoch, mit goldgelben Blüthen, H. vitifolius (Vb), 1,5 m hoch, mit schön rosa­farbenen Blüthen, und der ebenso hohe H. cannabinus (VIb), die Violacee Ionidium enneaspermum var. hirtum, die Labiate Ocimum gracile, die Verbenacee Lantana salviifolia, die Scrophulariaceen Striga hirsuta, welche an ähnlichen. Standorten im ganzen tropischen Afrika verbreitet ist, und die einer Orobanche ähnliche St. gesnerioides, endlich die Campanulacee Light- footia glomerata und zwei Acanthaceen, Pseuderanthemum dichotomum, welche 0,751 m hohe, über niederes Gras hinwegragende Büsche mit läng­lichen Blättern und gelben, in Dichasien stehenden Blüthen bildet, und Rucllia sudanica (Ille), 0,5 1 m hoch, von unten verzweigt, mit weissen, etwas rosa angehauchten Blüthen. Mehr im Schatten der Gebüsche kommen vor die Leguminose Eriosema polystachyum, die durch prächtige silbergraue Be­haarung ausgezeichnete Amarantacee Psilotrichu 111 africanum.

Ille. Waldbestände.

Während die Buschgehölze sich im Laufe weniger Jahre nach den immer wiederkehrenden Bränden rasch entwickeln und daher in grösserer Anzahl und Ausdehnung anzutreffen sind, sind eigentliche Waidbestände seltener. Sie können nur dort entstehen, wo entweder keine Steppenbrände stattfinden oder wo