II. Die Formationen des Küstenlandes der Creekzone
(auf recentem Kalk).
So wie die Formationen der ostafrikanischen Strandflora kennen wir auch die der Creekzonc, welche sich durchweg auf recentem Kalk ausbreitet, vorzugsweise durch die Sammlungen Carl Holst's, der sich längere Zeit in der Umgegend von Muoa, Doda, Tanga, Duga aufhielt und nach den ihm gegebenen Anweisungen die Standortsverhältnisse der einzelnen Pflanzen notirte.
II a. Das Grasland der Creeks.
Dasselbe ist in geringer Höhe über dem Meere auf den oft stundenlang landeinwärts sich erstreckenden Kalksandfeldcrn, hier und da auch auf steinigen Terrains entwickelt, welche zur Regenzeit grossentheils unter Wasser stehen. Während im lockeren Sande auch hier wie unmittelbar am Strande das schmalblättrige und steife Gras Sporobolus virginicus oft grosse Strecken bedeckt, setzt sich im Uebrigen die Grasvegetation zusammen aus: Ischaemum chrys- artherus, Andropogon semiberbis, Dactyloctenium, Agrostis Kcntro- phyllum, welche Rasen mit kurzen, stechenden Blättern bildet, Perotis indica, Panicum (Digitaria) commutatum, P. (Digitaria) sanguinale, P. (Digi- taria) argyrotrichum, P. (Brachiaria) leersioicles, P. (Ptychophyllum) maximum var. lasiocoleum, lfriochloa punctata (=E. polystachya), die letzten beiden I —1,5 111 Höhe erreichend. Wenn auch einige dieser Gräser starre und meist stechende Blätter besitzen, so sind doch auch andere, namentlich die zuletzt genannten, gute P'uttergräser. An besonders feuchten Stellen wachsen die Cyperaceen Fimbristylis polytrichoidcs und F. triflora, kleine Complexe bildend, ferner Kyllingia leucoccphala und an besonders feuchten Stellen liriocaulon elegantulum. Wie bei uns am Strand häufig Convolvulus arvensis, im Mittelmeergebiet Conv. Soldanclla auftritt, so finden sich hier Ipomoea pes caprae und 1. pes tigridis in kräftigen Exemplaren mit nicder- liegenclen oder niedrigen Zweigen; in grossen Massen zusammenstehend kommt auch häufig die Gentianacec Enicostemma verticillatum vor, deren zahlreiche Zweige vom Grund aus radial ausstrahlen. Auch Oldenlandia Bojeri und Pentodon pentancler, beides Rubiaceen, sind reich verzweigte Kräuter, deren Ilauptäste niederliegen; namentlich die letztere Art fällt durch ihre blauen, an das heimische Vergissmeinnicht erinnernden Blüthen auf. An feuchten Plätzen wachsen auch Aeschynomene Schimperi und A. minutiflora, Vertretei' einer Leguminosengattung, der wir auch im Inland an feuchten und sumpfigen Plätzen noch mehrfach begegnen. Von anderen krautartigen Pflanzen, die auf Creekwiesen an der Küste beobachtet werden, seien noch Cleome usambarica, Uesmodium Dregcanum, Rhynchosia tomentosa, Dolichos biflorus, Jatropha prunifolia, Striga sansibarensis, Emilia sagittata genannt.
Ilb. Busch- und Baum-Grasland, o. Mit eingestreuten dikotylen Sträuchern und Bäumen.
Ueber den oben geschilderten krautartigen Niederwuchs erhebt sich hier und da ein mächtiger Affenbrotbaum und an steinigen, während der Ueber- schwemmungen nicht immer untergetauchten Plätzen kommt auch niederes Gesträuch zur Entwickelung, dessen Bcstandtheilc meistens auch im Inland angetroffen werden. Bisher sah ich nur von hier Combretum Illairei, ausgezeichnet