Fossile Korallen.
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II. Fundort Ntumbuaruma 5 km westlich von Mtshinga.
Cyclolites sp.
Taf. XXVII, Kiff. 4 .
Ein bröckeliger Kalksandstein, den eingeschlossene Orbitoiden nach Bestimmung des Herrn Dr. Wolff als Miocän charakterisiren, enthält mehrere abgerollte Exemplare einer flach scheibenförynigen Koralle von kreisförmigem oder elliptischem Umriss und etwa 18—2 1 mm Durchmesser und circa 3 mm Höhe. Die massig kräftigen Septen, etwa 120—140 an Zahl, sind durch mässig zahlreiche Synaptikeln verbunden. Der Dünnschliff eines Exemplars zeigt die Enden der Septen von einer Epithek umgeben, die jedoch meist durch Abreibung zerstört ist. Ebenso sind Oberseite und Unterseite durch Abrollung verändert, so dass sich Näheres über die Stellung dieser Form nicht sagen lässt. Ihre nächsten Verwandten und muthmaasslichen Vorfahren scheinen die zahlreichen Cyclolites -Arten zu sein, welche Duncan aus dem Eocän von Sind in Indien beschrieben hat 1 ). Besonders Cyclolites Ranikoti Duncan, der nur durch bedeutendere Grösse und zahlreichere Septen sich unterscheidet, scheint der afrikanischen Miocän-Art sehr nahe zu stehen.
III. Fundort Dunga auf Sansibar.
Der Erhaltungszustand dieser Lokalität ist leider ein sehr schlechter. Ein Theil der Stücke bildet Steinkerne bei vollständig zerstörtem Korallenkalk, und dieser sonst für Korallen so sehr ungünstige Erhaltungszustand ist in diesem Falle noch der bessere, denn bei den positiv erhaltenen Stücken sind Wände und Septen entweder stark mit Kalkspath überkrystallisirt, oder die Septen sind im Innern der Polypenröhre zerstört, so dass dieselben hohl erscheinen. Eine spezifische Identifikation war daher nur bei einer Form möglich. 2 )
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Astraeopora pulvinaria var. myriophthalma Lam.
Synonymie cf: Ortmann, Die Korallenriffe von Dar-es-Salam und Umgegend; Spengel’s zoologische Jahrbücher, Band 6, 1892, p. 656.
Es liegen drei Stücke vor, als Steinkerne erhalten mit vollständig fehlendem Korallenskelett. Wenn dieser Erhaltungszustand auch eine absolut sichere Identifikation ausschliesst, so ist doch in diesem P'alle die Ausfüllung des porösen Kalkskeletts eine so vollständige, dass sie alle wesentlichen Merkmale der Stücke erkennen lässt, und diese stimmen mit der an den dortigen Küsten heute lebenden Form überein.
Die Kelche haben einen Durchmesser von 2 mm und einen Abstand von 2 bis 3 mm. Von den Stücken des hiesigen zoologischen Museums zeigt eins etwas dichter gedrängte, das andere etwas weiter entfernte Kelche. 6 Septen erster Ordnung reichen nur selten bis zum Zentrum, meist erreichen sie nur halbe Radiuslänge. 6 Septen zweiter Ordnung sind deutlich, Andeutungen eines dritten Cyklus nur schwach zu erkennen. Das Cönenchym besteht aus senkrechten Kalkpfeilern und horizontalen Lamellen. Stücke von A. puh'inaria des hiesigen zoologischen Museums zeigen ganz denselben Aufbau des Stockes
*) Fossil Corals and Alcyonaria of Sind, Memoirs of the Geol. Survey of India, 1S80, Ser. VII, und XIV. p. 62.
a ) Eine Bestimmung dieses schwierigen Materials war nur durch Vergleichung lebenden Materials möglich. Durch gütige Erlaubniss des Herrn (leheimrath Möbius stand mir hierzu das Material des hiesigen zoologischen Museums zur Verfügung, bei dessen Benutzung mich Herr Dr. Weltner in liebenswürdigster Weise unterstützte. Beiden Herren erlaube ich mir meinen verbindlichsten Dank zu sagen.
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