Fossile Korallen.
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reihenförmigem Wachsthum vorhanden zu sein. Der Abstand der Kelchzentren beträgt 7—8 mm. — Der Habitus des Stückes erinnert an die jurassische Th. concinna E. u. H. (Koby, Pol. Jur. d. 1. Suisse, t. 102, f. 4—8), abgesehen von den viel kleineren Kelchen dieser Art.
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C. Korallen des Tertiärs.
I. Fundort am Ndiranga-Bache, 12 km südöstlich von Lindi.
Es liegen von dieser Fundstelle nur zwei Korallenspezies vor, von denen eine bei dem Fehlen sonstiger P'ossilien für die Altersstellung der betreffenden Schichten wichtig ist, indem sie zu der erst im Tertiär auftretenden Gattung Mudrepora gehört, die andere durch sehr eigenthümliche Gestalt besonderes Interesse verdient. Der Erhaltungszustand der Stücke ist ein befriedigender.
Montlivaltia fungiformis n. sp.
Taf. XXVII, Fig. 3, 3 a.
Diese interessante Einzelkoralle liegt nur in zwei Stücken vor. Durch ihre eigenthümliche pilz- oder schirmförmige Gestalt passt sie zu keiner bisher bekannten Gattung vollständig; ihre sonstigen Eigenschaften scheinen sie aber als eine aberrante Montlivaltia zu charakterisiren.
Die Koralle zeigt zuerst das kegelförmige Wachsthum normaler Montlicaltien; das eine Stück scheint eine verbreiterte Anwachsstelle zu zeigen. Nachdem der Kegel eine Höhe von etwa 1 1 /2 cm erreicht hat, beginnt er sich plötzlich rapide zu verbreitern, so dass bei dem einen Stücke die Wand fast horizontal weiter wächst; die Breite übertrifft bald die Höhe, und die Koralle bekommt eine schirm- oder pilzförmige Gestalt. Das vollständigere der beiden Stücke erreicht bei einer Höhe von 4,5 cm einen grössten Durchmesser von fast 8 cm; das andere wird etwa 7 cm breit bei einer muthmaasslichen Höhe (es ist unten abgebrochen) von etwa 4 cm. — Eine flache innere Kelchgrube von 1 1 fi —2 cm Durchmesser wird von einem erhöhten Ringwall umgeben. Der diesen umgebende breite Rand ist bei dem einen Stück annähernd horizontal, bei dem anderen schräg nach aussen abfallend.
Die Zahl der Septen beträgt etwa 110—120; sie sind ziemlich breit und kräftig, in mehreren Cyklen abgestuft. Etwa 20 erreichen das Zentrum. Ein Säulchen scheint nicht vorhanden zu sein. Der Oberrand der Septen wird durch Einkerbungen in länglich ovale Zähne getheilt, die ursprünglich hoch gewesen zu sein scheinen. Zwischen den Septen befinden sich zahlreiche horizontale oder blasige Traversen. Die Unterseite ist mit einer kräftigen Epithek bekleidet; stellenweise ist dieselbe zerstört.
Durch die extreme Verbreiterung und die von einer ringförmig erhöhten Mitte nach den Rändern zu abfallende Oberfläche bildet diese Form einen für Hexakorallen ganz ungewöhnlichen Typus, der mit manchen paläozoischen Formen [Ptychophyllum patellatiim v. Schloth. sp., (’yathophyllum helianthoides Goldf.) grosse Aehnlichkeit zeigt. Der kegelförmige Anfang entspricht aber durchaus einer normalen Montlivaltia, und auch die zahlreichen Traversen, der gekerbte Oberrand der Septen und die kräftige Epithek lassen in ihr eine aberrante Form dieser Gattung vermuthen. Stark verbreiterte Montlivaltien kommen auch sonst vor (M. Guvttardi Chap. et Dew. M. dmticulata From. 2 ),
') Fromeutel, Pal. Frang., Terr-. Jurassique p. 196, t. 19, f. 2, t. 20, f. 1.
2 ) ibidem, p. 125, t. 22, f. 1.