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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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VIERTE ABHANDLUNG.

Mesozoische und Känozoisehe Korallen aus Deutsch-

Ostafrika.

Von Herrn Waldemar Weissermel in Berlin.

Hierzu Tafel XXVI und XXVII.

Einleitende Bemerkungen.

Die vorliegende Suite ostafrikanischer Korallen bot in ihrer Bearbeitung, im Verhältniss zu dem Umfange des Materials, nicht unerhebliche Schwierigkeiten; denn einmal vertheilt sich dieselbe auf eine grössere Zahl verschiedener Horizonte vom braunen Jura bis zur Gegenwart, aus jedem einzelnen Horizont dagegen liegen nur wenige Arten vor und diese wieder nur in wenigen, oft nur in einem einzigen Exemplare. Ferner liess der Erhaltungszustand meist viel zu wünschen übrig; eine Ausnahme hiervon machte fast nur die untere Kreide von Ntandi und dem Tshikotsha-Bache. Es konnte daher nur ein Theil der vor­

liegenden Formen mit europäischen identifizirt oder als neu erkannt werden, während ich mich bei den übrigen darauf beschränken musste, auf nahestehende Arten hinzuweisen. Es wurde dabei stets das Streben gewahrt, nur solche Identifikationen auszusprechen, die sich auch wirklich vertreten lassen, und von sogenannten Annäherungsbestimmungen, wie sie gerade den Korallen in strati­graphischen Arbeiten so oft widerfahren, abzusehen.

Neben diesen Schwierigkeiten bot das Material andererseits ein erhebliches Interesse, weil einmal Korallen aus dem ganzen südlichen Afrika bisher über­haupt nicht bekannt geworden sind [mit Ausnahme einiger weniger Arten aus Madagaskar 1 )], zweitens, weil das Material gerade wegen seiner stratigraphischen und paläontologischen Zerstreutheit Gelegenheit zu vielseitigen Betrachtungen über Begrenzung und Beziehungen von Arten und Gattungen gab, deren Kenntniss durch neue Arten zuweilen eine erhebliche Bereicherung erfuhr.

A. Korallen des Jura.

I. Fundort in der Gemarkung Mameha, 2,5 km östlich von Kivugu kwa Brahim, 48 km westlich von Bagamoyo (Jura-Fundort VII G. Müllers).

Die drei von diesem Fundorte vorliegenden Arten stimmen mit solchen des europäischen Nacrocephalen -Horizonts (Frankreich, Schweiz, Krim) überein, ein Grad der Uebereinstimmung, der bei den folgenden Horizonten nicht wieder erreicht wird.

Q Isastruea Fischeri, Montlivaltia trochoides K. u. H., Newton, On a colleetiou of fossils from Madaffascav, Quart. Journ. Geol. Soc. 1895, paff. 91.