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Fossile Korallen.
Von Astrocoenia astei'iscus n. sp., die mit ihr das afrikanische Verbreitungsgebiet theilt, ist A. suborncita var. africcina leicht zu unterscheiden durch grösseren Röhrendurchmesser, erheblich dünnere Wände und die polygognalen oder leicht gerundeten, nicht sternförmigen Kelchöfifnungen.
Astrocoenia asteriscus n. sp.
T. XXII, Fig. 2, 2 a, 3.
Das charakteristische Merkmal der Art, das sie von allen anderen unterscheidet, ist die Gestalt der Kelchöffnungen, welche einen zierlichen sechs- strahligen Stern bilden.
Die vier vorliegenden Stücke bilden halbkugelige oder knollige Stöcke; der grösste Durchmesser des kleinsten beträgt 4,5, der des grössten 13 cm. Sechs Hauptsepten reichen bis zu dem stark griffe!förmig hervorragenden Säulchen und verwachsen fest mit demselben. Sechs Septen zweiter Ordnung reichen meist ebenfalls bis zum Säulchen, verwachsen jedoch meist nicht mit demselben. Auf der polirten Oberfläche oder im Dünnschliff kann man in der dicken Wand noch einen dritten Cyklus von Septen erkennen. Der Durchmesser der Kelche schwankt zwischen 2 und 3 mm. Er ist nicht nur bei den verschiedenen Stöcken verschieden, sondern es kommen auch in demselben Stock stellenweise grössere, stellenweise kleinere Kelche vor, so dass auf diesen Unterschied kein Gewicht gelegt werden kann. Die Wände sind stark verdickt, so dass ihre Dicke 1 / l 2 bis 1 ji des Durchmessers des Kelchlumens beträgt. Die Wandverdickung folgt besonders den Septen erster Ordnung auf beiden Seiten des Septums, so dass jedem Septum erster Ordnung ein keilförmiger Vorsprung, jedem der zweiten Ordnung ein ebensolcher Einschnitt in der Wand entspricht, wodurch die charakteristische Sternform der Kelche zu Stande kommt.
Die Art liegt in einem wohlerhaltenen Stücke von Ntandi, in zweien vom Tshikotsha-Bach und in einem vom Westabfall des Litshihu-Plateaus vor. Das letztere zeichnet sich durch die besonders stark verdickten Wände aus. Die Stücke des Tshikotsha-Baches zeigen erhebliche Variabilität in der Kelchgrösse. Erwähnt zu werden verdient vielleicht, dass die Oberfläche des grössten Stockes zahlreiche tiefe Löcher und rinnenartige Vertiefungen zeigt; dieselben dürften theils nachträglich durch Bohrmuscheln, theils (flache längliche Vertiefungen) bei lebendem Stock durch lokale Wachsthumsstörungen entstanden sein, entsprechend z. B. den konischen Vertiefungen, die bei lleliolites yorosus aus dem Mitteldevon der Eifel eine so gewöhnliche Erscheinung bilden.
Von den übrigen sechszähligen Arten der Gattung, besonders der nahe verwandten A. subornata, unterscheidet sich die neue Form, wie erwähnt, durch die durch gesetzmässige Wandverdickung entstehende Sternform der Kelche. A. reptaus Duncan 1 ) aus dem englischen Lias, bei der die Septen zweiter Ordnung mit denen der ersten verwachsen, kann eine ähnliche Erscheinungsweise annehmen, doch folgen bei ihr die Septen der 10-Zahl. A. he.yactis Frech 2 ) erinnert im Habitus (dicke Wände und Sechszähligkeit) stark an A. asteriscus, weicht aber durch die Reduktion der Septenzahl (nur sechs Septen reichen bis zum Zentrum, daneben nur zuweilen Andeutungen eines zweiten Cyklus) und die kleineren Kelche ab.
II. Fundort im Tshikotsha-Bache am Ostabfall des Likonde-Kitale-Plateaus, 23 km westsüdwestlich von Mtshinga (G. Miiller’s Kreide-Fundort V).
Astrocoenia astei'iscus n. sp.
Zwei Exemplare, cf. oben.
b 1 . c. Brit. foss. Cor. Part. IV. 1867, p. 20, t. 4, f. 4, 5, 15.
2 ) 1 . c. Zlamb ach-Korallen p. 35.