Fossile Korallen.
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Cyclolites sp.
Es liegt leider nur ein halbes Exemplar eines ovalen, niedrigen ( ijclolitcs von 2,5 cm grösstem Durchmesser und 7 mm Höhe vor. Der Erhaltungszustand des Stückes ist ein recht guter, seine Unvollständigkeit daher um so mehr zu bedauern. Die Zahl der Septen dürfte über 100 betragen haben. Die flache Unterseite ist von wohlerhaltener Epithek bedeckt. Der Querbruch zeigt sehr schön den Aufbau der Septen aus fächerförmig gestellten, unvollständig verschmolzenen Trabekeln. — Die Zugehörigkeit zu der genannten Gattung steht wohl ausser Zweifel, eine nähere Bestimmung des Bruchstückes, dessen Oberseite im Gestein steckt, ist aber leider nicht möglich.
Goniastraea cf. ci'assisepta Koby.
Taf. XXVII, Fig. 5.
Koby, Pol. Jur. de ln. Suisse, p. 216, t. 63, f. 3.
Das einzige vorliegende Stück stimmt in Allem, was es erkennen lässt, gut mit der Art des Schweizer Astartien überein, der sehr abweichende Erhaltungszustand lässt jedoch eine ganz sichere Identifikation nicht zu.
Der unvollständige Stock ist äusserlich sehr unscheinbar erhalten, lieferte jedoch ein paar ganz leidliche Dünnschliffe. Der Durchmesser der Kelche beträgt 5—6 mm; die 25—30 sehr dicken, kräftigen Septen verwachsen häufig mit dem kräftigen Säulchen, dessen Natur jedoch nicht genauer festzustellen war. Zuweilen machen die Septen vor der Mitte des Kelches Halt, das Säulchen erscheint in diesem Falle meist zerstört. Die Seitenflächen der Septen zeigen stellenweise kräftige Granulationen. Auch durchschnittene Traversen sind zu beobachten. — Die Septen laufen aus einem Individuum direkt in das andere über; eine durch Verdickung der Septen gebildete Wand ist stellenweise deutlich entwickelt, stellenweise fehlt sie fast ganz, so dass die Kelche Thamnastraeen- ähnlich in einander übergehen. An anderen Stellen stehen die die Wand bildenden Verbindungsstücke zwischen den Septen nicht in gleicher Höhe, erscheinen also durch die Septen gleichsam verworfen.
Koby’s Abbildung zeigt die Septen oberflächlich gleichfalls konfluirend, leider ist aber kein Dünnschliff abgebildet; bei dem afrikanischen Stück dagegen ist die Stockoberfläche schlecht erhalten, es lässt sich also nicht konstatiren, ob das charakteristische Verhalten der Wand bei beiden wirklich das gleiche ist, wovon die Identifikation abhängen würde.
Durch die stellenweise reduzirte Wand scheint diese Form zwischen Goniastraea und ('onfusastraea zu vermitteln, einer Gattung, die ausser durch stärker rückgebildete Wände auch durch das Fehlen eines Säulchens unterschieden wird. Durch das Fehlen von pali wird die beschriebene Art von titep/ianocoenia unterschieden, zu welcher Gattung Miss Ogilvie 1 ) einen Theil der von Koby als Goniastraeen beschriebenen Arten gezogen hat. Dagegen stimmt der Bau der Wand durch Verdickung der Septen gut mit dem Bilde überein, das Miss Ogilvie 2 ) als typisch für Goniastraea giebt; die Zugehörigkeit zu der auch jetzt noch lebenden Gattung dürfte also ziemlich sicher sein.
B. Korallen der Kreide.
Die Korallen der Kreide unterscheiden sich durch etwas bessere Erhaltung vortheilhaft von denen des Jura. Bei den zum Theil im Anfangsstadium der
] ) 1. c. Korallen der Stramberger Schichten, p. 151.
2 ) ibidem t. 7, f. 12.