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W. Weissennel.
Verkieselung begriffenen Astrocoenien von Ntandi. ist besonders die Stockoberfläche recht hübsch herausgewittert, während bei den Exemplaren von Poly- phylloseris die innere Erhaltung ziemlich günstig ist.
I. Fundort an den Hängen eines Bachlaufes in der Gemarkung Ntandi (Kreide-Fundort IV G. Müller’s).
Astrocoenia subornata d’Orbigny n. var. africana.
Taf. XXVI, Fiff. i, ia.
Astrocoenia subornata Koby, Pol. Jur. de la Suisse, p. 52, t. 14, f. 5.
» » Fromentel, Pol. frang. Terr. cretace, p. 534, t. 129, f. 1.
Die vorliegenden vier Stücke bilden halbkugelige oder knollige Stöcke mit ziemlich regelmässig gewölbter Oberfläche. Einer davon ist auf einer grossen Trigonien-Schale aufgewachsen. Die Kelche haben 2,5 — 4 mm Durchmesser. Ihre Grösse ist nicht nur bei den verschiedenen Stöcken, sondern auch in den verschiedenen Theilen desselben Stockes verschieden. Die Wände sind verhältnismässig dünn; sie schärfen sich zwischen den Kelchen zu einer ziemlich scharfen Kante zu. Zwölf Septen verwachsen mit dem kleinen, wenig hervortretenden Säulchen; im Kelche zeichnen sich meist sechs davon durch etwas grössere Höhe aus. Zwölf ziemlich kurze Septen zweiter Ordnung schieben sich zwischen die zwölf des ersten Cyklus ein. An stark angewitterten Stellen erkennt man in der Wand Reste eines dritten Cyklus. Während die Zahl der Septen erster Ordnung im Allgemeinen regelmäsig zwölf beträgt, steigt sie in einzelnen, durch besondere Grösse ausgezeichneten Kelchen auf 16, die Gesammtzahl der deutlich sichtbaren Septen also auf 32. Es mahnt diese Thatsache zur Vorsicht gegenüber der weitgehenden Artscheidung nach Kelchdurchmesser und Septenzahl, wie sie besonders Fromentel und Koby durchgeführt haben.
Astrocoenia subornata unterscheidet sich von den meisten Arten der Gattung durch die normalerweise der 6-Zahl folgenden Septen, von den meisten der nach derselben Grundzahl gebauten durch die grösseren Kelche; doch ist, wie das vorliegende Material zeigt, weder die Septenzahl noch die Kelchgrösse ganz konstant; grosse und kleine Kelche kommen, besonders in einem handgrossen flachen Stock, nebeneinander vor. Durch die in einzelnen besonders grossen Kelchen vermehrte Septenzahl vermittelt die afrikanische Varietät zwischen der echten A. subornata und der in Europa mit ihr zusammen vorkommenden A. magnifica From., die nach Fromentel von ersterer durch die zahlreicheren Septen und die etwas grösseren Kelche unterschieden sein soll.
Die vorliegenden Stücke schliessen sich der typischen Astrocoenia subornata d’Orb. aus dem Neokom Frankreichs und der Schweiz in den wesentlichsten Punkten an. Der Habitus, die Zahl und Anordnung der Septen und die Dimensionsverhältnisse stimmen vollständig überein (der Kelchdurchmesser wird von Fromentel auf 2—3 mm, von Koby dagegen auf 3—5 mm angegeben). Die Unterschiede der afrikanischen P'ortn bestehen nur in dem schwächeren Säulchen und den kürzeren Septen zweiter Ordnung, Unterschiede, die sie als eine geographische Varietät der Art charakterisiren dürften. Koby und Fromentel geben als charakteristisch für A. subornata an, dass die Septen gegen das Zentrum hin verdickt seien, »oü elles simulent des palis, qui n’existent pas« (fromentel). In der That endigen auch bei einem der afrikanischen Stücke in einigen Kelchen die Septen vor dem Säulchen mit einer Verdickung; es dürfte also auch in diesem Punkte Uebereinstimmung vorhanden sein. Ein besonderes Interesse gewinnt die afrikanische Varietät durch die vermittelnde Stellung zu Astrocoenia magnifica. Auch das »Simuliren von pali« kommt bei letzterer vor, wie ich an einem Exemplar des hiesigen Museums für Naturkunde beobachten konnte.