5 68
G. Müller.
XII. Fundort 0,8 km östlich vom Minguina-Bache, 27,5 km westnordwestlich von Kilwa Kivindye (Kreide).
Von diesem Punkte brachte Bornhardt einen gelblichweissen, harten Kalk mit, der eine Muschelbreccie darstellt. Die Schalen und auch die Steinkerne sind theilvveise in krystallinischen Kalk umgewandelt. Durch Verwitterung des leichter löslichen Bindemittels, hat die Oberfläche des Kalks ein schrattenkalk- artiges Aussehen erlangt. Es ist leider nur ein einziges Fossil so günstig aus dem Gestein herausgeschlagen, dass man wenigstens annähernd die Gattung bestimmen kann. Die äussere Schalschicht der Versteinerung ist prismatisch, die innere ist auf der Oberfläche feingestreift. Die Form dürfte demnach der Gattung Monopleura Math, angehören. Sie erinnert an die von F. Römer aus dem Turon von Texas beschriebene Monopleura maricida White, 1 ) ohne jedoch ganz so schlank zu sein. Das Gestein ist demnach cretaceischen Alters; ob es der oberen oder unteren Kreide angehört, ist durch dies Material natürlich nicht sicher zu bestimmen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der vorliegende »Schrattenkalk« der oberen Kreide angehört.
XIII. Fundort 0,4 km östlich vom Mahokondo-Bache, 23,5 km nordwestlich von Kiswere (Kreide?).
Das von Bornhardt in einer Seehöhe von 155 m geschlagene Handstück war ein gefritteter, sandiger Kalk, der kleine Schneckenreste, Cerithium sp. (?) und Venns sp. enthielt. Vielleicht ist das Gestein gleichalterig mit dem festen, feinkörnigen Kalksandstein des Tshikotsha-Baches, aus dem ebenfalls zahlreiche unbestimmbare Schneckenreste herausgewittert waren.
XIV. Fundort 0,3 km westlich vom Mikwala-Bache und 82 km südwestlich von Dar-es-Salam (Kreide?).
Das einzige Handstück, welches als Beleg für die geologische Deutung in der Gemarkung Nhitu von Bornhardt geschlagen ist, ist ein gelbrother Kalksandstein-, der sich im Charakter an die Gesteine der Gemarkung Kigua an- schliesst. Es ist jedoch auch nichts annähernd Sicheres über das Alter zu sagen, da ausser Encriniten-Stielgliedern nur ein schlecht erhaltener Seeigelstachel aus dem Gestein herausgewittert war. Derselbe hat das Aussehen von Cidaris gkmdijera Goldf., die dann allerdings für Oxford sprechen würde. In diesem Fall kann ebenfalls nur nach Erlangung besseren Materials eine sichere Entscheidung getroffen werden.
Schlussbemerkungen zur Kreide.
Mit zu den wichtigsten Ergebnissen, welche die Bornhardt’schen Reisen in Deutsch-Ostafrika in geologischer Hinsicht gezeitigt haben, gehört die Auffindung der Kreideformation. Dass Ablagerungen der Kreidezeit dort vorhanden seien, war zu erwarten, da Spuren derselben nördlich bei Mombassa (Neokom), südlich bei Mosambik (Neokom) und auf Madagascar (Unter- und Oberkreide) entdeckt, und ausserdem eine kleinere Neokomfauna aus Somaliland (Neokom) und eine grössere Suite aus Natal (Oberkreide) veröffentlicht waren.
b Oberturon von Texas, S. io, Taf. 3, Fig. 1.