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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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G. Müller.

VII. Fundort in der Gemarkung Mikaramu, 35 km südwestlich

von Kilwa (Kreide).

Der weisse Sandstein dieser Inindstelle führte die Gattungen: Exogyra,

Pecten, Trigonia, Corbula. Die Muscheln waren zwar sämmtlich mit Schale er­halten; jedoch blieben diese nur bruchstückweise beim Präpariren auf den Stein­kernen sitzen, so dass die Bestimmung auch dieser kleinen Suite ausgeschlossen war. Von der ziemlich häufigen Exogyra waren leider nur die flachen Klappen in dem nicht übermässig grossen Handstück zu finden. Von diesen konnte man im Abdruck die Skulptur erkennen, welche der von Exogyra Tombeckiana dOrb. glich. Der Pecten erinnert lebhaft an Pecten kämerunensis v. Koen. 1 ), war jedoch auch nur bruchstückweis vorhanden, so dass eine sichere Bestimmung un­möglich ist.

Abb. 52.

Pecten cf. kamerunensis von Koen.

Die Trigonia gehört zur Gruppe der Costatae, die zwar in der Kreide selten Vorkommen, aber u. A. aus Spanien mehrfach von Coquand 2 ) beschrieben werden. Wenn auch keine Form zur Verfügung steht, die unzweifelhaft für die Einreihung des Sandsteins von Mikaramu in die Kreideformation ent­scheidend ist, so scheint mir doch diese Altersdeutung einwandsfreier zu sein, als wenn wir denselben der Juraformation zuweisen würden, zumal auch der Gesteinscharakter dafür spricht.

VIII. Fundort am Nordabfall des Kikomolela-Plateaus,

20 km westsüdwestlich von Mtsliinga und

IX. Fundort in der Gemarkung Manyunyu, 43 km südwestlich von Kilwa Kivindye (Obere Kreide).

An beiden Punkten kommen Gesteine vor, die denselben Charakter zeigen wie die vom Westabfall des Litshihu-Plateaus im Hangenden der fossilführenden Kalke ausgehenden Gesteine. Die in ihnen enthaltenen, zahlreichen Nerineen- Reste waren leider sämmtlich unbestimmbar, da auf keinem irgend eine Spur von Skulptur erhalten war. Die Steinkerne bestehen in der Regel aus Kalk- spath, so dass auch das Anschleifen nur selten guten Erfolg hat. Durch das Studium der Schichtenfolge ist jedoch Bornhardt zu dem Schluss gekommen, dass die Nerineenplatten schon der Basis der über die Unterlage weithin transgredirenden Makonde-Schichten, die nach anderweitigen Feststellungen zur oberen Kreide zu rechnen sind, angehören.

*) Unt. Kreide am Ufer des Mungo in Kamerun, S. 20, Taf. 3, Fig. 14, 15.

2 ) Monographie de l'dtage aptien de lEspagne.