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G. Müller.
V. Fundort in dem Tshikotsha- (Mayembe-) Bache am Ostabfall des
Likonde Kitale-Plateaus,
23 km westsüdwestlich von Mtshinga (Neokom).
Die versteinerungsführenden Schichten sind helle Kalksandsteine, die, je nachdem die Quarzkörner gröber oder feiner sind, mehr oder weniger dicht erscheinen. Die Quarzkörner sind eckig, die vereinzelten Feldspathkörner frisch, wie überhaupt die aus den alten krystallinischen Gesteinen herrührenden Bestandtheile der Sedimentgesteine selten verwittert sind. Daneben kommen in den gröberen, schon mehr konglomeratischen Sandsteinen Einschlüsse von Thongeröllen vor, welche aus jurassischen Thonmergeln herrühren dürften.
Die Versteinerungen sind z. Th. zertrümmert, jedoch nicht abgerieben, so dass die Annahme, dieselben lägen an sekundärer Lagerstätte, ausgeschlossen ist. Dagegen spricht auch noch der Umstand, dass neben den Bruchstücken auch unverletzte, nicht abgeriebene Schalen in denselben Handstücken Vorkommen. Wenn es nicht gelungen ist, von den leitenden Fossilien tadellose Exemplare wie aus dem Neokom von Ntandi zu erhalten, so liegt dies hauptsächlich daran, dass die Schalen fast sämmtlich in Kalkspath verwandelt waren, die beim Präpariren natürlich nur ganz vereinzelt, wie die kleine, zweischalige Mactra Strömen n. sp. und die Anomia laevigata Sow., unverletzt heraussprangen. Andererseits kann man bei einer Expedition nicht an allen Punkten mit derselben Sorgfalt sammeln, wie dies bei einer geologischen Aufnahme in unseren Breiten möglich und nothwendig ist. Die von Born har dt mitgebrachten Formen genügen jedoch, trotz ihrer geringen Zahl, vollkommen, um den Horizont annähernd festzulegen. Von den beschriebenen Arten sind nur zwei aus Europa bekannt, Anomia laevigata Sow. und Cucullaea glabra Park., wo sie aus dem unteren Grünsand Englands zuerst beschrieben wurden, v. Koenen erwähnt erstere Art aus den versteinerungsführenden Schichten am Mungo in Kamerun, die nach v. Koenen nicht jünger, sondern eher älter als das Aptien sind 1 ); v. Koenen stellt seine P"orm vom Mungo als fraglich zu der Sowerby'sehen Art. Wie dem auch sein möge, die ostafrikanische Art ist wohl mit der westafrikanischen ident, da die Koenen’sche Beschreibung vorzüglich auf jene passt. Anthula erwähnt die Art auch aus dem Kaukasus, wo sie im Aptien auftritt. Dortselbst findet sich auch Cucullaea glabra Park., zu der ich als fraglich mehrere Formen auch vom obigen Fundort gestellt habe. Mactra Stromeri hat ihre nächst verwandte Form im Gault bezw. Aptien. Dagegen finden sich die Trigonia Kühni nahestehenden Arten im unteren und mittleren Neokom und im Gault. So verweist Trigonia Vau Sharpe auf unteres Neokom, T. Doroschini Eichw. findet sich auf Alaska mit Ammoniten Asterianus d’Orb. zusammen, wonach die dortigen Schichten zum unteren Neokom gezählt werden können. Die übrigen dieser Art nahe stehenden P'ormen verweisen auf oberes Neokom bezw. Gault. Der Trigonia Schwarzi steht am nächsten T. longa Ag., welche vom mittleren Neokom bis ins Aptien geht und eine grosse horizontale Verbreitung hat. Der Gesammtcharakter der Fauna würde somit unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die Korallenfaunula, von der neuen Art Poly- phylloseris robusta Weissermel abgesehen, die gleiche ist wie die der Gemarkung Ntandi, für neokomes Alter sprechen, und zwar für oberes Neokom. Ausser den unten beschriebenen Arten fanden sich in den Sandsteinen noch ein glattes, schwach gebogenes Dentalium und die Gattung Cerithium.
J ) Neuerdings ist von Herrn Dr. Esch vom Mungo Material heimgebracht, welches nach freundlicher Mittheilung von Herrn Bergreferendar Solger, der die Fauna bearbeitet, allerdings auf jüngere Stufen der Kreide (Cenoman) hinweist.