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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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Versteinerungen der Kreide.

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VI. Fundort am Westabfall des Litshihu-Plateaus, 20 km westsüdwestlich von Mtshinga (untere Kreide).

VII. Fundort in der Gemarkung Mikaramu, 35 km südwestlich von Kilwa (Kreide).

VIII. Fundort am Noidabfall des Kikomolela-Plateaus, 20 km westsüdwestlich von Mtshinga (obere Kreide).

IX. P'undort in der Gemarkung Manyunyu, 43 km südwestlich von Kilwa Kivindye (obere Kreide).

X. Fundort in der Gemarkung Kigua, 41 km westlich von Bagamoyo (Cenoman).

XI. Fundort in der Gemarkung Mtunha 81 km südwestlich von Dar-es-Salam (obere Kreide).

XII. Fundort, 0,8 km östlich vom Minguina-Bache, 27,5 km westnordwestlich von Kilwa Kivindye (Kreide).

XIII. Fundort 0,4 km westlich vom Mahokondo-Bache, 23,5 km nordwestlich von Kiswere (Kreide?).

XIV. Fundort 0,3 km westlich vom Mikwala-Bache und 82 km südwestlich von Dar-es-Salam (Kreide?).

I. Fundort 0,8 km nördlich vom Nkundi-Bache, 29 km nordwestlich

von Kiswere (Neokom.)

Der in flacher Lagerung in einem Bachbette an der Nordgrenze der Ge­markung Mahokondo anstehende hellgraue Kalksandstein ist theils nahezu gleichkörnig, theils liegen in der dichteren Grundmasse bis 5 mm grosse, ab­gerundete, helle Quarzkörner eingebettet. Einige der sehr fossilreichen Hand­stücke waren weich und zerreiblich, andere dagegen sehr hart. Die Versteine­rungen sind sämmtlich mit Schale erhalten, die allerdings in den grobkörnigeren Sandsteinen in Kalkspath verwandelt ist, so dass sie beim Präpariren leicht zerspringt, und es nur bei einer der zahlreichen Trigonien gelang, das Schloss einigermaassen genügend zu präpariren. In den Steinkernen fanden sich sehr häufig Kalkspathdrusen. Das weichere Gestein umschloss namentlich die kleineren Formen, so Aviciäa Liebe rti n. sp., während die Trigonien und das Bruchstück einer grossen Gerrillia (höchstwahrscheinlich G. dentata- Krauss) in dem grobkörnigen Kalksandstein erhalten waren.

Von den beschriebenen acht Arten sind fünf neu, und nur eine ( Trigonia oentricosa Krauss) konnte mit einer aus der Uitenhage-Formation Südafrikas stammenden Art identifizirt werden, die auch aus der Umia Group Indiens be­kannt geworden ist. Jedoch auch die neue Trigonia- Art: T. Begschlagi erinnert äusserlich sehr an die aus den Uitenhage-Schichten zuerst von Krauss als Astarte Bronni beschriebene Form, für die später von Holub und Neumayr die neue Gattung Seebachia gegründet wurde. Wenn auch T. Begschlagi zweifellos zu den echten Trigonien gehört und nicht zu Beebachia gestellt werden darf, so ist mir bis jetzt aus keiner anderen F'ormation eine Art aufgefallen, die äusserlich der neuen Species so nahe stünde wie die Uitenhage-Form. Wie ich schon andeutete, ist das Bruchstück der grossen Gerviilia vielleicht die ebenfalls aus den Uitenhage-Schichten stammende G. dentata Krauss. Die neue Area hat die nächst verwandte Art gleichfalls in der Uitenhage-Formation, und die übrigen Arten sprechen nicht dagegen, den Fundort 0,8 km nördlich vom Nkundi- Bach zur Uitenhage-Formation in Beziehung zu setzen. Von Cephalopoden ist leider nur ein ganz schlechter Rest eines Ammoniten von Bornhardt aufge­lesen, der zur Gattung Olcostophanus zu stellen ist. In ebenfalls unbestimmbaren Resten waren noch die Gattungen Pecten und Natica vertreten, deren Erhaltung so schlecht war, dass man sie zu keiner Art der Jura- oder Kreideformation hätte in Beziehung setzen können.