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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
Entstehung
Seite
383
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Trink wasscr - Versorgung; der Stadl. Kilwa.

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III. Ausflug von Kilwa Kivindye nach dein Ssingino-Hügel und Marsch von Kilwa Kivindye nach Kilwa Kissiwani.

28. und 29. September.

1. Ssingino-Hügel. Schon auf der früheren Reise von Kiswere nach Kilwa haben wir gesehen (Seite 282), dass der Ssingino aus röthlich gefärbten sandigen Lehmen und lehmigen Sanden besteht, die auf einer Basis von dunklen Thonen mit Kalklagen aufruhen. Die Lehme und Sande müssen den Mikindani- Schichten zugerechnet werden. Das Alter der Thone bleibt zweifelhaft. Ich habe weder auf der früheren Reise noch auf dem kurzen Ausfluge, den ich am 28. September von Kilwa nach dem Ssingino unternahm, Fossilien darin auf­finden können. Das Museum für Naturkunde zu Berlin enthält zwar einen nummulitenführenden Kalk, den G.Lieder gesammelt und mit der Fundortsangabe »Ssingino« versehen hat Danach müssten die Thone als alttertiär angesehen werden. Zu untersuchen bleibt aber noch, wo der nummulitenführende Kalk am Ssingino gefunden ist, und ob bei Kihva nicht etwa Thone von verschiedenem geologischem Alter Vorkommen. Das Auftreten von Thonen mit wulstigen und runzligen Kalkplatten auf dem Wege vom Matandu-Bache nach Kilwa erinnerte, wie schon auf Seite 373 hervorgehoben ist, lebhaft an die ober- kretazeischen Thone und Kalke des westlichen Usaramo.

2. Trinkwasser-Versorgung der Stadt Kilwa. Die geologische Grenze zwischen den undurchlässigen Thonen an der Basis und den durchlässigen sandigen Schichten auf der Höhe des Ssingino bildet einen Quellhorizont, an welchem namentlich in der südlich von Kilwa in den Abfall des Ssingino ein­gesenkten Thalmulde das ganze Jahr hindurch Wasser hervorquillt. Das Gouvernement hat die Quelladern fassen lassen und das gesammelte Wasser durch eine Leitung der Stadt Kilwa zugeführt. Eine durch den Gouvernements- Apotheker Giernsa vorgenommene chemische Untersuchung des Wassers hat folgendes Ergebniss gehabt*) (die Zahlen bedeuten Theile auf 100000 Theile):

Rückst, bei 120° getrocknet

Oxydirbar-

keit

K Mn 0 4 - Verbrauch

Chlor

Schwefel­

säure

so 3

Kalk

CaO

Magnesia

MgO

Ammoniak

Salpetrige

Säure

n 2 o 3

Salpeter­

säure

n s o 5

Eisenoxyd

-J-

Thonerde

Gesammt- liärte in deutschen Graden

179,00

0,70

62,20

9,10

26,60

6,00

OJ 2

33 i°°

Giemsa giebt ausserdem an, dass das Wasser ungetrübt und farblos sei und neutral reagire, aber zeitweise einen leichten Geruch nach Schwefehvasserstoff wahrnehmen lasse. Dieser Geruch wird dem Wasser von den schon früher (Seite 282) erwähnten, oben am Ssingino lagernden Schwefel- oder Schwefelkies­haltigen Lehmen mitgetheilt werden. An seinem anorganischen Ursprünge ist jedenfalls nicht zu zweifeln. Ich halte den Geruch für gesundheitlich um so weniger bedenklich, als er auf dem Wege, den das Wasser von dem Quellgebiete bis zur Stadt zurückzulegen hat, in Folge von Oxydation völlig verschwinden wird. Sonst ist das Wasser ziemlich hart und zeigt jedenfalls in Folge der Einwirkung der Seeluft einen verhältnissmässig hohen, aber in keiner Weise Bedenken erregenden Chlorgehalt. Der Mineralgehalt des Wassers wird in der Regen- und Trockenzeit stark schwanken. Die analysirte Wasserprobe dürfte in der Trockenzeit entnommen sein. Das Wasser darf, auch nach den Ver­hältnissen der Umgebung, als einwandsfrei bezeichnet werden. Es ist jeden­falls viel besser als das von Giemsa gleichfalls untersuchte Wasser eines Pump-

*) D. Kol.-Bl. 1S9S S. 381.