NEUNZEHNTES KAPITEL.
Reise von Kibambawe kwa Kunguh'o am linken Ufer des Rufiyi abwärts bis Kipei kwa Kombuayai; danach durch die Landschaften Kitshi und Matumbi nach Kilwa Kivindye und Kilwa Kissiwani.
Vom 18. bis 29. September 1897.
A. Verlauf der Reise.
Der Absicht, den geologischen Charakter des zwischen Kibambawe und Kilwa gelegenen Gebietes nach Möglichkeit klarzustellen, würde es am besten entsprochen haben, wenn gleich von Kibambawe aus ein durch das südliche Seitengelände des Rufiyi-Thales nach der Küste führender Weg eingeschlagen wäre. Leider war nach Angabe der Eingeborenen in dem unbewohnten Gelände keinerlei Weg vorhanden, und musste der in der immer noch anhaltenden Trockenzeit zu erwartende Wassermangel auch von dem Versuche abschrecken, das nicht näher bekannte Gebiet ohne Weg zu durchqueren. So blieb nichts übrig, als zunächst drei Tage lang auf geologisch uninteressanter Route am linken Ufer des Rufiyi abwärts zu gehen und erst bei Kipei kwa Kombuayai, gegenüber dem Berglande von Kitshi, den Rufiyi zu überschreiten.
Der danach folgende Marsch durch die Landschaften Kitshi und Matumbi lieferte manche wichtigen geologischen Aufschlüsse. Insbesondere konnte volle Sicherheit darüber gewonnen werden, dass in Bezug auf die Auffindung von Kohlen von diesem Gebiete nichts zu erwarten war. Zweifel über die geologischen Verhältnisse blieben daneben aber noch manche bestehen. Ein längerer Aufenthalt würde namentlich in den Matumbi-Bergen gewiss noch zu wichtigen Ergänzungen der Beobachtungen geführt haben. Die Absicht, den Inseln Mafia, Sansibar und Pemba noch einen Besuch abzustatten, die Schwefelquellen von Nyunguni zu besuchen und das zwischen Tanga und Moa gelegene Sandsteingebiet noch auf das Vorkommen von Kohlen zu untersuchen, liess aber kein längeres Verweilen in dem Gebiete zu. Daneben nöthigte auch die unfreundliche Haltung der Bewohner der Matumbi-Berge zum Vorwärtsgehen. Es war auf allen meinen Reisen jetzt zum Schlüsse, dicht an der Küste, das erste Mal, dass ich mich genöthigt sah, den Eingeborenen gegenüber zwar nicht von der Waffe Gebrauch zu machen, aber doch die Möglichkeit ihrer Verwendung in Betracht zu ziehen.
Nachdem am 27. September Kilwa Kivindye erreicht war, wurde der 28. September zu einem Ausfluge nach dem südlich von der Stadt gelegenen Ssingino-Berge benutzt und am folgenden Tage der Weitermarsch nach Kilwa Kissiwani angetreten. Hier erwartete uns der Gouvernements-Dampfer »Warni«, der uns am 30. September nach der Insel Mafia hinüberbrachte.