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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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Durch Süd-Ukami nach Kissakki.

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Bartieen. Erst in der Nähe des Ruvu wird die Bewachsung wieder üppiger. Der Weg windet sich hier durch hohes, mit Busch durchwachsenes Gras, aus dem in lichter Vertheilung hohe, stattliche Bäume aufragen. Bezüglich der Besiedelung trifft das für den gestrigen Marsch Bemerkte auch hier zu. An den Ufern des Ruvu sollen noch heute Siedelungen in grösserer Zahl vorhanden sein.

II. Marsch von Muana am Ruvu über Kidunda, die Gongarogua- Berge und Magogoni nach Tununguo und von da über Mvuha und

Dunthumi nach Kissakki.

10. bis 17. Juli.

1. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Der Ruvu durchfliesst bei Muana eine weite, fast ebene Landschaft, die sich mit einer Meereshöhe von weniger als 100 m nach Norden bis an den Ngeringeri, nach Süden bis an den Rufiyi erstreckt und nach Westen in die vom Mgeta durchflossene, breite, ebene Senke, in deren Mitte die Station Kissakki gelegen ist, ausläuft. Auf den früheren Märschen haben wir bereits gesehen, dass sich, dem Laufe des Ruvu folgend, ein Streifen ebenen Landes von hier bis zu dem Küstengebiete von Bagamoyo und Ssaadani hinzieht. Die späteren Reisen werden zeigen, dass ein Gebiet von demselben ebenen Charakter längs des Rufiyi bis zum Delta dieses Flusses nach Osten zu verfolgen ist. Das Plateaugebiet des mittleren Usaramo wird danach allseitig von einer ebengestalteten Landschaft umschlossen.

Die Ebene des Mgeta hebt sich bis Kissakki allmählich zu einer Seehöhe von 170 m. Ihre Breite beträgt bei Kissakki noch 8 bis 10 km. Ihre Grenze gegen Süden wird durch ein Bergland von mittlerer Höhe gebildet, über dessen Formen und Erstreckung im achtzehnten Kapitel ausführlich berichtet werden wird. Auf ihrer Nordseite steigt über einem bergigen Vorlande von 300 bis 500 m Seehöhe die gewaltige Gebirgsmasse von Uluguru empor, deren höchste Erhebung nach Stuhlmanns Ermittelungen eine Höhe von 2420 m über dem Meere besitzt, und deren nähere Beschreibung den Inhalt des siebenzehnten Kapitels bilden wird.

Die Uluguru-Berge sind durch einen scharfen Rand gegen die Mgeta-Ebene abgesetzt. Ein Rand von ähnlicher Schärfe ist auf ihrer Ostseite vorhanden. Unter diesem Rande dehnt sich hier zunächst ein flach welliges Gelände von 100 bis 180 m Seehöhe aus, das vom Ruvu und seinen Nebenbächen, darunter dem Mvuha als dem bedeutendsten, durchflossen, wird. Dieses Gelände reicht im Osten bis an eine Bodenschwelle heran, die sich in südnördlicher Richtung von Kidunda am Ruvu bis in die Nähe des Ngeringeri erstreckt. Ihre Haupt­erhebungen sind im Süden die Doppelkuppe des Kidunda-Berges mit 250 m Seehöhe und im Norden der Gongarogua-Bergzug, dessen oberste Erhebung auf etwa 350 m Seehöhe zu schätzen sein wird. Die Bodenschwelle fällt nach Osten sanft zu der zwischen Ruvu und Ngeringeri sich ausbreitenden Ebene ab.

2. Geologie (Uebersicht). Die in der Hauptsache aus Gneiss bestehende Gebirgsmasse von Uluguru wird auf dieser Reise nur an ihrem Ostrande, von Tununguo südwärts, berührt. Die Gneisse sind hier durch Ikinlagerung krystal- linischer Kalke ausgezeichnet (Gesteinsproben 32, 35, 37 und 38), welche selten rein weisse, meist schmutzig-blaugraue und bräunliche Farbe besitzen und durchweg so stark von Silikaten durchsetzt sind, dass sie zum Brennen behufs Mörtelgewinnung nicht verwendet werden können. Die Gesteinslagen fallen bei Tununguo steil nach Süden, in der Nähe des Mkudsi-Baches unter 25 0 nach Südosten ein.

In dem flach welligen Gebiete zwischen dem Uluguru-Gebirge und dem Höhenzuge von Kidunda-Gongarogua ist eine Formation verbreitet, die von Allem, was auf den bisherigen Reisen im Küstengebiete beobachtet wurde, ver-