SECHZEHNTES KAPITEL.
Reise von Dar-es-Salam über Maneromango, Mssanga und Kissangire nach Kidunda am Ruvu, von da über die Gongarogua-Berge nach Tununguo und weiter über Mvuha nach Kissakki.
Vom 29. Juni bis 17. Juli 1897.
A. Verlauf der Reise.
Ein dreiwöchiger Aufenthalt in Dar-es-Salam hatte meinem Gehilfen Schwarz volle Genesung von seiner Erkrankung gebracht. Ich hatte diese Zeit zu einem eingehenden Studium der geologischen Nachrichten, welche in der Litteratur und in den Akten des Gouvernements über das Hinterland Dar-es-Salams, die Landschaften Usaramo, Ukami, Uluguru und Khutu, zu finden waren, benutzt.
Die Reise, welche danach am 29. Juni angetreten wurde, sollte der Lösung einer Reihe von Fragen dienen.
Die geologischen Verhältnisse Usaramos, über welche PTitterer*) nach den Beobachtungen v. d. Bornes die ersten ausführlichen Nachrichten veröffentlicht hatte, sollten untersucht und mit den auf den Reisen im Süden des Schutzgebietes beobachteten Verhältnissen verglichen werden.
Durch G. Lieder, J. Thomson u. A. war die Verbreitung einer Sandsteinformation im Osten der Uluguru-Berge und an der Pangani-Enge des Rnfiyi bekannt geworden. Hier galt es festzustellen, ob die Sandsteine etwa ebenso wie am Nyassa und bei Ituli am Ludyende Steinkohlen enthielten.
Glimmer- und Graphitfunde, welche durch Stuhlmann und Lieder aus Uluguru und Ukami gemeldet waren, harrten noch der Untersuchung auf ihre technische Ausbeutungsfähigkeit.
Endlich erschien die Untersuchung gewisser im Südwesten und Südosten von Kissakki, bei Madyi ya Weta und am Taggallala-See, auftretender heisser Quellen erwünscht.
Die in diesem Kapitel abgehandelte, in Kissakki endigende Reise hat nur der Lösung der ersten beiden Aufgaben gedient. Vom 29. Juni bis 9. Juli wurde die Landschaft Usaramo durchstreift. Dem geologisch interessantesten Gebiete, den Theillandschaften Mssanga, Malui, Kissangire u. s. w., wurde dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Nach einem Besuche der zwischen dem Ruvu und dem Ngeringeri in nordsüdlicher Richtung sich erstreckenden Kidunda- und Gongarogua-Berge (10. und 11. Juli) wurde alsdann das Sandsteingebiet auf der Ostseite des Uluguru-Gebirges, zuerst auf dem Wege über Magogoni nach der
1; ’) Zeitschi-. d. Deutsch, geol. Ges. 1894. S. 40 ff.