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Sechzehntes Kapitel. 1>. f. I.
Missionsstation Tununguo (12. bis 14. Juli), danach weiter über Mvuha nach Kissakki (15. bis 17. Juli) durchzogen. Diese Streifzüge genügten, uni zu der Erkenntniss zu führen, dass das Vorkommen von Steinkohlen in dem Sandsteingebiete, wenn auch nicht mit Bestimmtheit ausgeschlossen, so doch in hohem Grade unwahrscheinlich war.
B. Ergebnisse der Reise.
I. Marsch von Dar-es-Salam über Maneroniango und Kissangire nach Mtunha und von da über Mhuala nach Muana am Ruvu.
29. Juni bis 9. Juli.
1. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Auf der im Februar und März d. Js. unternommenen Reise haben wir den mittleren, sich plateauförmig über die Umgebung erhebenden Theil der Landschaft Usaramo bereits auf mehreren Linien kennen gelernt und gesehen, dass das durch die Erosion stark zerschnittene und in eine Anzahl von Theilplateaus zerlegte Erhebungsgebiet seine Haupterstreckung in südwestlicher Richtung besitzt und in dieser Richtung von 280 lois 290 m Meereshöhe bei der Missionsstation Kisserawe schliesslich auf 350 m bei Maneromango ansteigt.
Die diesmalige Reise lehrte das Gebiet zwischen Kisserawe und Maneromango auf einer gegen die frühere Route nach Nordwesten verschobenen Linie kennen und erweiterte daneben die Kenntniss seiner Oberflächengestaltung in der südlichen und südwestlichen Umgebung von Maneromango.
Unter den Erosionsfurchen, welche auf dem Wege von Kisserawe nach Maneromango überschritten werden, ist diejenige des Mpiyi-ßaches, deren Abfluss nach Norden gerichtet ist, die bedeutendste. Ihre Sohle liegt an der Uebergangsstelle 80 m unter der Plateauhöhe, in einer Meereshöhe von 205 m. Die vor und hinter dem Mpiyi überschrittenen Thalfurchen stehen an Bedeutung stark hinter ihr zurück. Sie haben nur Tiefen von 20 bis 50 m.
Südlich und südwestlich von Maneromango erreicht die Plateaufläche bald ein Ende. Jenseits des tief, bis auf 250 m Meereshöhe, eingeschnittenen Mkon- goloni-Thales, das nach Südosten zum Mbessi Abfluss hat, dehnt sich als letztes und höchstes Plateaustück dasjenige von Mssanga in 370 m Meereshöhe aus. Es ist allseitig, namentlich aber gegen Westen, von steilen Abbrüchen begrenzt, die erst nach unten in einen sanfteren Abfall übergehen. Steht man an dem steilen Westrande des Plateaus, so bietet sich ein eigenthtimliches Landschaftsbild dar. Im Westen erhebt sich in 10 bis 12 km Entfernung eine neue Plateaumasse, welche Mssanga an Höhe z. Th. noch übertrifift und welche durch randliche Einschnitte in die Theilplateaus von Kissangire, Mganssira, Yegea und Mhuala zerlegt wird. Der Zwischenraum zwischen Mssanga und dieser neuen Plateaumasse wird durch ein in starker BTosion befindliches Hügelgelände ausgefüllt, dessen höchste BThebung im Norden, auf der Linie des Marsches vom 7. Juli, gelegen ist. Ein kammförmig zugeschärfter Rücken steigt hier in seinen höchsten Theilen noch über die Höhe des Mssanga-Plateaus, in dem Kissarawe-Berge bis auf 425 m Meereshöhe, empor. Während sein Abfall nach Norden, zu dem bis an den Ruvu sich ausdehnenden leicht welligen bis ebenen Gelände, das wir schon auf der früheren Reise von der Station Maneromango aus übersehen haben, auf einen wenige Kilometer breiten Streifen zusammengedrängt erscheint, geht der Abfall nach Süden langsamer vor sich und wird von einer. Reihe unregelmässig verlaufender Hügelrücken, von denen auf der Reise nur die wichtigsten haben festgelegt werden können, unterbrochen.