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Die bedeutendste Ortschaft am Wege ist nächst dem Dorfe Kiswere dicht an der Kiswere-Bucht das Dorf des Yumben Hassani auf dem Dangua-Hiigel. Ein anderes grösseres Dorf, dem Yumben Said Makanyira gehörig, soll am Nordabfall des Mtungo-Riickens in der Nähe des Mkoe-Sumpfes gelegen sein. Sonst liegen die Hütten meist einzeln oder in kleinen Gruppen verstreut, jedesmal an Stellen, wo der Boden in genügender Ausdehnung für eine landwirth- schaftliche Nutzung geeignet ist. Das Mtshinyiri-Thal weist die grösste Zahl solcher zerstreuten Siedelungen auf.
Zwischen der Gemarkung Ntandi und dem Mtshinyiri-Bache folgt der Marsch dem von Kilwa nach dem Wayao-Gebiete am oberen Rovuma führenden Karawanenwege. Von der Kiswere-Bucht aus findet nur ein unbedeutender Verkehr nach dem Innern statt.
VII. Von der Kiswere-Bucht durch das Mavudyi-Bergland nach Kilwa Kivindye.
29. Mai bis 5. Juni.
1. Oberflächengestaltung. Bis zu dem Lager in der Gemarkung Mbinga führt der Weg durch ein Hügelland, das die nördliche Fortsetzung des auf dem Wege von Dangua bis Kiswere durchschrittenen bildet.
Ein Seitenarm des grossen Krieks, der bei Mtumbu von der Kiswere-Bucht ausgeht, schneidet von Norden her tief in dieses Hügelland ein. Oestlich von dem Einschnitt erhebt sich der als Landmarke für die Seefahrt wichtige, rund- kuppige Mamba-Berg auf 128 m Seehöhe. Westlich breitet sich ein flacher, 130 m hoher Rücken aus, hinter welchem die mehrere Kilometer breite, nach Norden entwässernde Thalsenke von Mbinga folgt. Diese Senke geht nach Süden in diejenige über, welche auf dem Hinmärsche nach Kiswere zwischen Dangua und Mtitimira überschritten wurde, und welche dort die beiden orographisch und geologisch von einander unterschiedenen Hügellandsabschnitte trennt.
Jenseits der Mbinga-Senke biegt der Weg mit Wendung aus westlicher in nördliche Richtung in ein Hügelland ein, das so wenig übersichtlich war, dass die Festlegung seiner Formen nur in sehr unvollkommener Weise möglich gewesen ist.
In der ersten Marschstrecke bis Mahokondo gliedert sich das Gelände in eine Reihe langgestreckter, vorzugsweise meridional verlaufender Rücken, welche Seehöhen von 120 bis 165 m erreichen, und zwischen denen einerseits der Mandawa-Bach zur Kiswere-Bucht, andererseits der Mahokondo-Bach zu dem Kriek im Westen der Insel Ssonga-Manara abfliesst. In der nächsten Marschstrecke bis zum Lager Yumbulu hat das Gelände unregelmässigere Formen. Es erhebt sich bis zu Höhen von 250 m. Kurz vor Yumbulu wird das Zuflussgebiet des Mavudyi-Baches betreten.
Küstenwärts scheint sich vor dem Hügellande ein leicht welliges, niedriges Gelände auszubreiten. Landeinwärts dürfte ein Plateaugebiet von 300 bis 400 m Seehöhe gelegen sein; wenigstens wiesen die auf dem Marsche durch Muera aus der P'erne beobachteten Erhebungen von Tukule und Ruawa plateauförmigen Charakter auf, und konnten in der Gegend von Yumbulu auf der Westseite der Route auch wieder Plateau-Abbrtiche von ähnlicher Steilheit und lebhaft rother Färbung wie am oberen Nangaru und zu den Seiten der Lukuledi-Senke beobachtet werden.
Das Plateau-Gebiet scheint sehr unwirthlichen Charakter zu haben. In Mbinga versuchte ich vergeblich, einen Führer zu erlangen, der uns von dort in westlicher Richtung zu den seiner Zeit von v. d. Decken durchzogenen Land-