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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
Entstehung
Seite
245
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FÜNFZEHNTES KAPITEL.

Reise von Lindi über Mikindani und Newala nach Namaputa, von da über Lukuledi nach dem Noto- Plateau und weiter nach Kiswere, endlich durch die Mavudyi-Berge nach Kilwa Kivindye.

Vom 21. April bis 6. Juni 1897.

A. Verlauf der Reise.

Eine Bereisung des Hinterlandes von Mikindani erschien aus mehreren Gründen wünschenswert!). Das Vorkommen von Sandsteinen in dem Makonde- Plateau südwestlich von Mikindani hatte bei früheren Reisenden die Vermuthung hervorgerufen, dass dort Schichten vom Alter der in Südafrika verbreiteten Karooformation vorliegen möchten. Da diese Formation sowohl in Südafrika als auch, wie durch meine Reisen näher festgestellt war, am Nyassa Steinkohlen enthielt, bestand die Hoffnung, dass sich in dem Makonde-Plateau ebenfalls Kohlen finden möchten.

Neben einer Durchforschung der Gegend in Bezug auf das Vorkommen von Kohlen wurde mir vom Gouvernement ein Besuch der Gemarkung Namaputa, zwei Tagereisen westlich von der Missionsstation Newala, aufgetragen, da gewisse Nachrichten Vorlagen, welche dort auf das Vorkommen werthvoller Mineralien, insbesondere dasjenige von Edelsteinen, schliessen Hessen.

Der Marsch bis Mikindani (21. bis 23. April) verlief unter ungünstigen Um­ständen. Es regnete während der Marschzeit fast ohne Unterbrechung. Die zu der Reise neu angenommenen Träger waren bei dem Regenwetter unlustig und schwer in Zucht zu erhalten. Zudem musste ich die Hilfe meines Begleiters Schwarz, der durch eine Erkrankung genöthigt war, bis Mikindani den gerade fälligen Postdampfer zu benutzen, entbehren. Die Ergebnisse des Marsches sind daher dürftiger gewesen, als sie unter anderen Verhältnissen hätten sein können.

Auf dem Weitermarsche von Mikindani bis Namaputa (25. April bis 4. Mai) ergab sich, dass das Makonde-Plateau von Schichten der Karooformation nichts enthielt, dass es vielmehr aus jüngeren Bildungen bestand, in welchen ein Vor­kommen von Steinkohlen nicht zu erwarten war.

In der Gemarkung Namaputa konnten während eines siebentägigen Auf­enthalts, vom 4. bis 10. Mai, schleifwürdige Granaten, aber keine sonstigen werthvollen Mineralien nachgewiesen werden.

Nachdem damit die Hauptaufgaben der Reise erledigt waren, wurde von Namaputa aus auf dem Wege über die Missionsstation Lukuledi und das Rondo-Plateau nochmals das Noto-Plateau aufgesucht, um die Nachforschungen