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Fünfzehntes Kapitel. 15. IV. i u. 2 .
lichtgrüne Beryll nur ausnahmsweise durchsichtig und dabei so bröcklig, dass er keine schleifbaren Stücke liefert. Die Mineralien sind daher beide ohne technischen Werth.
Die Untersuchung hat auch keinerlei Anhaltspunkte für die Vermuthung gegeben, dass hier ausser dem Granat noch andere werthvolle Mineralien Vorkommen könnten.
IV. Marsch von Mkowo über die Missionsstation Lukuledi bis Mtshekenye.
n. bis 14. Mai.
1. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Der Rand des Makonde-Plateaus bleibt in der ganzen Marschstrecke in 12 bis 20 km Entfernung zur Rechten liegen. Er ist am schärfsten an den Eckvorsprüngen von Newala einerseits und Lutshemi östlich von Massassi andererseits ausgeprägt. An diesen beiden Stellen besitzt das Plateau auch seine grösste Höhe, während es dazwischen, in dem Quellgebiete des Mayembe-Baches, eine merkliche Verflachung aufweist. Nahe dem Plateaurande soll hier die Wasserscheide durchziehen, jenseits deren, in der Gemarkung Kitangali, der in den Ssudi-Kriek mündende Mambi-Bach entspringt.
Im Westen und Nordwesten des Randes breitet sich das weite, durch die eigenthümlichen Inselberge ausgezeichnete Flachland aus, das wir schon auf dem Marsche von Lindi nach dem Nyassa kennen gelernt haben. Der Charakter der Landschaft ist im Bereiche der diesmal begangenen Route recht gleichförmig. Es kommen völlig ebene Landflächen vor. Vorherrschend ist eine sanft wellige Oberflächengestaltung. Nördlich von den Massassi-Bergen ist eine flache Landsenke gelegen, aus welcher der Lukuledi nach Nordosten abfliesst. Nach Süden fällt das Gelände im Allgemeinen langsam zum Rovuma ab.
Von den Inselbergen wurde auf dem Marsche bis zur Landschaft Massassi nur ein verhältnissmässig unbedeutender, der in einer felsigen Doppelkuppe von 495 m Seehöhe gipfelnde Nairombo-Berg, berührt. Seine Besteigung war am 12. Mai ohne allzugrossen Zeitaufwand möglich. Sie ergab einen ähnlichen Ueberblick wie im Januar 1896 die Besteigung des über der Missionsstation Massassi gelegenen Mtandi-Berges. Nach den Reise-Aufzeichnungen ist über die Aussicht Folgendes mitzutheilen:
Die Massassi-Berge sind in ihrer ganzen Längenerstreckung zu übersehen (vergl. Abbildung 2, S. 28). Der Westabfall des Makonde-Plateaus liegt in voller Deutlichkeit vor Augen. Die Tshipolombe-Höhe stellt sich unverkennbar als ein losgelöstes Stück des Plateaus dar. Der dahinter gelegene Steilabbruch weist in nordöstlicher Richtung einen Thaleinschnitt auf, aus dem der Quelllauf des Muiti-Baches hervorkommt. Südlich von diesem'Einschnitte weicht der Plateaurand nach Osten zurück und verflacht sich dabei dermaassen, dass im Quellgebiete des Mayembe-Baches überhaupt kein Steilrand mehr erkennbar ist. Erst gegen den Ursprung des Lulindi-Baches prägt sich ein solcher wieder deutlich aus. Er zieht sich von da, mehrere Vorsprünge bildend, bis zu der Plateauecke von Newala hin. Jenseits des Rovuma steigt das Mavia-Plateau zu ähnlicher Höhe auf wie diesseits das Makonde-Plateau. Der rundkuppige, offenbar aus Gneiss bestehende Mtende-Berg erscheint mit dem Plateaurande so verwachsen, dass sein Ostfuss muthmaasslich noch von Plateauschichten bedeckt wird.
2. Geologie (Uebersicht). Der Untergrund besteht durchweg aus Gneissen, vorwiegend Biotitgneissen (Gesteinsproben 3, 4, 6 und 7), die in der Gemarkung Mkowo krystallinische Kalke (Gesteinsproben 1 und 2) eingelagert enthalten. Das Zutagetreten des Untergrundes ist auf die Inselberge und die tieferen Bacheinschnitte beschränkt. In dem Zwischengelände lagern an der Oberfläche junge Sedimente: mehr oder weniger lehmige Sande, die hier und da in Grande und