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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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Fünfzehntes Kupitel. B. 111. x u. 2.

Leute die Mühe, in gerader Richtung - durch das Pflanzengewirr durchzuhauen, und folgen lieber jahraus jahrein den starken Windungen des Weges.

Die Beschaffung des Wassers macht hier, auf dem höheren Plateau, weit mehr Schwierigkeiten, als auf der tiefer gelegenen Plateaufläche, die, was hier gänzlich vermisst wird, noch von wasserführenden Thälern durchzogen war. ln der Trocken­zeit muss jeder Topf Wasser von den Quellen, die unter dem Plateaurande, oft mehr als 100 in unterhalb der Ortschaften und mehrere Kilometer von ihnen entfernt, belegen sind, her auf ge tragen werden.

Das Rovuma-Thal ist nach Angabe der Führer gegenwärtig sowohl ober- als unterhalb des Lagers am Nkunya-Bache auf weite Erstreckung unbewohnt.

2. Mai. Vom Lager am Nkunya-Bache bis Newala. An Stelle des röthlichbraunen sandigen Lehmbodens von gestern, ist heute auf dem Plateau mehr ein lichtbräunlicher, gut lehmiger Sand verbreitet. Dass derselbe aber dem Lehmboden an Fruchtbarkeit nichts nachgiebt, beweisen die ausgedehnten, recht gut stehenden Mtamafelder, durch die der Weg in ständigem Wechsel mit llochwaldresten und dichten, auf verlassenen Ackerflächen entstandenen Buschpartieen hinführt.

Auf der höchsten Erhebung des Plateaus, oberhalb 650 m Seehöhe, ist der Umfang der be­bauten Fläche gegenwärtig verhältnissmässig gering. Spuren einer früheren Bebauung sind aber auch hier in weiter Ausdehnung vorhanden. Nach Angabe der Führer hat hier bis vor wenigen Jahren eine starke Wayao-Bevölkerung gesessen, die einst durch die Angriffe der Wangoni bewogen worden war, sich dieses hochgelegene Gebiet zum Wohnsitze zu wählen. Sie ist, seitdem die deutsche Herrschaft den Raubeinfällen der Wangoni ein Ende gemacht hat, in das tiefer gelegene westliche Vorland des Plateaus, die Landschaft Mkowo, zurückgekehrt. Zu verdenken ist den Leuten ihre Rückkehr in jenes Gebiet insofern nicht, als die Wasserbeschaffung hier oben in der Trockenzeit ausserordentlich grosse Schwierigkeit macht. Oben ist bereits mitgetheilt, dass die Quelle, aus der sich die Missionsstation Newala in der Trockenzeit mit Wasser versorgt, 255 m unter der Plateau­höhe gelegen ist. Eine ähnliche Höhenlage werden auch' die übrigen, längs des Randabfalles des Plateaus vertheilten Quellen besitzen. Nur durch das Bestehen der Missionsstation ist bisher noch ein Rest der Bevölkerung veranlasst worden, dem alten Wohnsitze treu zu bleiben.

Das Vorland westlich vom Plateau-Abfall ist bis Mkowo gleichmässig mit lichtem Laubwald bedeckt. Siedelungen finden sich daxin bis Mkowo nur wenige. Die Umgebung des Mtshadru-Baches weist einige unbedeutende Dörfer auf. Die grosse Gemarkung Mkowo ist dagegen ziemlich stark bewohnt. Die Siedelungen, denen man es ansieht, dass sie ei - st fiisch angelegt sind, schliessen sich nicht zu grösseren Dörfern zusammen, sondern liegen weithin durch den Wald verstreut.

III. Besuch der Gemarkung Namaputa zur Untersuchung eines dort vorhandenen Granat-Vorkommens.

4. bis 10. Mai.

1. Oberflächengestaltung. Das Gelände fällt bis zum Muiti-Bache, einem 5 bis 12 m breiten, auch in der Trockenzeit meist noch etwas Wasser führenden Zuflussbache des Rovuma, der einen grossen Theil der Abflüsse des West­abfalles des Makonde-Plateaus sammelt, langsam von 260 auf 155 m Seehöhe ab. Jenseits des Baches, in der Gemarkung Namaputa, steigt der Weg bis zu dem Platze, an welchem vom 6. bis 10. Mai gelagert wurde, wieder auf 205 m Seehöhe zu einem flachen, seine Umgebung um 20 bis 30 m überhöhenden Rücken an.

Von den Inselbergen, die von Newala aus in westlicher Richtung sichtbar waren, sind die nächsten bedeutenderen noch 20 bis 30 km westlich vom Lager gelegen. In geringerer Entfernung sind nur Aufragungen von kaum 100 m relativer Höhe und wenig auffälligen Formen, der Mbalawala-Rücken im Westen und der Numahiele im Norden, vorhanden. Zu erwähnen ist ausserdem der in nördlicher Richtung 16 km entfernt liegende, etwa 300 m hohe, kahle, felsige Huwe-Berg.

Der von Newala nach Namaputa benutzte Weg bildet ein Stück des Hauptkarawanenweges, welcher den Küstenort Mikindani mit dem portugiesischen Gebiete am oberen Rovuma verbindet. Es findet hier ein nicht unbeträchtlicher Verkehr statt. Namentlich Gummi und Wachs wird auf dem Wege viel nach der Küste geschafft.

2. Geologie. In allen tiefer eingeschnittenen Wasserrissen tritt der Gneiss- untergrund zu Tage. Das vorherrschende Gestein ist ein Hornblende-Biotit-