Marsch von Mikindani über das Makonde-Plateau.
249
lejren lassen. Für die Besserung; der heute recht un£ünsti<r en presundheitlichen Verhältnisse der Stadt Mikindani dürfte eine solche Trockenlegung’ von erheblicher Bedeutung sein. Ich möchte glauben, dass von den der Zuckerrohrkultur dienenden, stagnircnden Siisswassersiimp 1 en eine viel schlimmere Gefährdung der Gesundheit ausgeht als von den in der Umgebung der Mikindani- Bucht sich ausdehnenden, dem Kl uth Wechsel unterliegenden, bald vom Seewasser üb er spülten, bald trocken fallenden Flächen. Das täglich zweimal wiederkehrende Fin- und Auslaufen des Seewassers muss auf diesen Flächen, solange sie nicht verkehrter Weise abgedämmt werden, eine immer erneute Reinigung des Bodens bewirken. Dagegen findet bei den Zuckerrohrsümpfen, wenn überhaupt, so nur bei der Durchfluthung in der Regenzeit eine solche Reinigung statt.
II. Marsch von Mikindani über Nkunya und Newala nach Mkowo.
25. April bis 3. Mai 1897.
1. Oberflächengestaltung. Es ist ein weites, landeinwärts allmählich ansteigendes Plateaugebiet, über das der Weg von Mikindani bis Newala, innerhalb der grossen Landschaft Male011 de, hinführt.
Dicht hinter Mikindani ist das Plateau so stark zerschnitten, dass sich nur einzelne Plateaureste zwischen breiten, unregelmässig zerfurchten Thalzügen erhalten finden. Ein solcher Plateaurest von 130 m Seehöhe wird auf dem kurzen zweistündigen Marsche am Nachmittage des 25. April überschritten. Nachdem danach bis Ndenga ein in starker Erosion begriffenes Thalgebiet durchquert worden ist, wird hinter Ndenga die geschlossene Plateaufläche, die hier 170 m Seehöhe besitzt, erreicht.
In der fast südlich gerichteten Marschstrecke von Ndenga bis Nandimbue bleibt die Höhe des Plateaus bis zum Schlüsse dieselbe. Das Land ist hier, soweit das Auge reicht, so eben wie ein Tisch. Von Nandimbue ab tritt mit der Wendung des Weges nach Südwesten eine leichte Hebung des Bodens ein, die bis kurz vor Ntimbulimbui eine Seehöhe von 230 m einbringt. Auf der Nordseite des Weges bleibt in dieser Strecke das 80 m tief eingesenkte Thal des Matungu-Baches, eines Zuflusses des in den Ssudi-Kriek mündenden Mbuo- Baches, liegen. Das Lager Ntimbulimbui wird 50 m unter der Plateauhöhe, in einem Seitentfyale des Matungu-Thales, bezogen.
Der Weg folgt am 28. April dem Thale des Ntimbulimbui-Baches eine Stunde lang. Das Thal hat auffallend geringes Gefälle. Die Thalsohle ist weithin versumpft. Auf 1,5 km Länge dehnt sich ein 60 bis 100 m breiter, mit hohem Schilf umsäumter und von blauen Nymphäen bedeckter Streifen stehenden Wassers in ihr aus.
Der Anstieg aus dem Thale bei Nungu führt wieder auf die ebene, immer noch 230 m hohe Plateaufläche hinauf, die sich in den nächsten zwei Stunden unmerklich auf 240 m hebt. Von dieser Höhe senkt sich der Weg dann hinter dem Dorfe des Naüma um 55 m zu einer neuen Thalfurche, in welcher der Naniamba, ein Zuflussbach des Rovuma, fliesst, ab.
Der Weg folgt diesem Bachthale auf volle 30 km Länge. Das Thal ist durch schlanken Verlauf ausgezeichnet und in seiner ganzen Länge mit flach geneigten Hängen 40 bis 60 m tief in das Plateau eingesenkt. Es hebt sich mit dem Plateau so allmählich, dass man von dem Ansteigen kaum etwas gewahr wird. Während das Plateau von Naniamba bis Nanhianga von 240 auf 320 m an Höhe zunimmt, steigt die Thalsohle in der gleichen Strecke von 185 auf 265 m an; das Gefälle beträgt danach im Durchschnitt 1 : 375. Bei so geringem Gefälle fehlt in der stark bewachsenen Thalsohle ein ausgeprägtes Bachbett. Die Thalsohle ist gleich der des Matungu-Baches in ihrer ganzen Ausdehnung versumpft. Von einer Fortbewegung des Wassers ist, obwohl die Regenzeit erst vor Kurzem ihr Ende erreicht hat, nur selten etwas sichtbar.