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Iheizehntrs Kapital, li. V, i 3.
V. Marsch von Maneromango über Mkurutini nach Dar-es-Salam.
15. bis 17. März.
1. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Das Plateau von Maneromango erstreckt sich nach Südosten in unveränderter Höhe (350 m über dem Meere) bis zu der Gemarkung Mengua, in der es, 4 km von Maneromango entfernt, mit einem steilen Abbruch endigt. Der Abbruch ist nicht so hoch wie der Randabfall bei Maneromango. Er führt zu einem stark zerschnittenen Hügellande hinab, hinter dem sich dann ein welliges Gelände von ähnlicher Höhe und ähnlichem Charakter wie auf der Nord Westseite von Maneromango ausbreitet.
Nach Norden erleidet das Plateau eine Unterbrechung in der Thalfurche, welche einerseits zum Mpiyi nach Norden, andererseits durch den Ghumburuni nach Südosten entwässert. Nördlich von dieser Furche nimmt die früher bei Kisserawe beobachtete Auflösung der Plateaulandschaft in eine Anzahl von Theilplateaus bereits ihren Anfang. Der Marsch führt in der Gemarkung Massaki in 285 m Seehöhe über ein solches Theilplateau hinweg. Er verlässt danach die Plateau-Landschaft und verläuft weiter durch ihr östliches Vorland. Bis Nssassa besteht das letztere aus einem unruhigen Hügelgelände, dessen Seehöhe sich allmählich von über 200 auf 100 m vermindert. Von Nssassa ab dehnt sich bis zur Küste eine fast ebene, nach Nordosten sanft abfallende Fläche aus, die in der Nähe von Dar-es-Salam schliesslich in die obere der beiden dort unterschiedenen Küstenterrassen übergeht.
2. Geologie (Uebersicht). In geologischer Beziehung hat das Gebiet sehr einförmigen Charakter. Aufschlüsse in festen Gesteinsschichten wurden auf dem Marsche nirgends beobachtet. Auch Petrefakten konnten nicht aufgefunden werden. Das Plateaugebiet nebst seinem Hiigelvorlande baut sich aus röthlich gefärbten sandigen Lehmen und lehmigen Sanden, die den Mikindani- Schichten zuzurechnen sind, auf. Das bei Nssassa beginnende Flachland wird von lichtgrauen bis graubraunen, losen Sanden mit meist sehr geringem Lehmgehalt bedeckt. Die Ausbreitung dieser Sande muss in der Zeit der jüngsten Meeresbedeckung geschehen sein.
3. Einzel-Mittheilungen nach den Reise-Aufzeichnungen.
15. März. Von Maneromango bis Massaki. Bis zu dem an einem grossen Teiche unter Kokospalmen malerisch gelegenen Dorfe Mengua verläuft der Weg durch eine ausgeprägte Plateau-Landschaft. Die vorkommenden Höhenunterschiede sind ganz geringfügig gegenüber dem grossen Anstiege, der gestern zu der Station Maneromango hinaufführte. Auch der Teich Mengua liegt nur 12m unter der Höhe der ihn einschliessenden sanften Geländewellen.
Wenige hundert Meter von dem Teiche entfernt liegt der Südostabfall des Plateaus, das danach an dieser Stelle eine Breite von kaum 4 km besitzt. Der Abfall ist nicht entfernt so hoch und so unvermittelt wie bei Maneromango. Man blickt dem Plateaurande zunächst in einen etwa 50 m tiefer gelegenen, von steilen Erosionsabbrüchen umschlossenen Thalkessel hinab, der nach Westen von einem Plateauvorsprunge begrenzt wird, und hinter dem sich nach Osten und Süden bis zum Horizont ein hügeliges bis flach welliges Gelände ohne bemerkenswerthe Erhebungen ausbreitet.
Der Boden ist auf der Marschstrecke fortgesetzt derselbe röthlichbraune, mehr oder weniger lehmige Sand, der sich um Maneromango verbreitet findet. Durch das ganze Gebiet des Weges sind Felder und offene, nicht von Buschgürteln umschlossene Ansiedelungen verstreut.
In den Gemarkungen Kikwete und Mfulu folgt der Weg in nordöstlicher Richtung annähernd dem Plateaurande. Dann senkt er sich über einen langgestreckten, mit Bambusdickicht bewachsenen Rücken zu einem Hügellande ab, dessen Meereshöhe in den Gemarkungen Muhesi, Massangania, Kibunha und Tikatika nur in mässigen Grenzen, etwa zwischen 290 und 250 m, schwankt. In Ghumburuni erleidet das Gelände einen tiefen Einschnitt, der in den vom Wege gekreuzten beiden Bachthälern bis auf 205 und 190 m Seehöhe hinabgeht. Jenseits des Einschnittes folgt ein kräftiger Anstieg zu der auf 295 m Seehöhe gelegenen, wieder plateauförmig gestalteten Erhebung von Massaki. Von dem auf der Höhe bezogenen Lager aus bietet sich ein bemerkenswerther Ueberblick über das' umgebende Gelände. Im Süden breitet sich bis zum Horizont ein erheblich tiefer gelegenes Hügelland aus. Dagegen schneidet das Gelände im Norden der Marschroute, jenseits des Einschnittes von Ghumburuni, soweit der Blick reicht (zwischen den Kompassrichtungen 240 und 360°), in einer völlig horizontalen, in ihrer Höhenlage mit dem Standorte übereinstimmenden Linie ab, ein Beweis, dass sich ein Plateau von der Höhe des Standortes auch jenseits des Einschnittes weithin ausdehnt.