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Dreizehntes Kapitel, B. I. 1.
gelieferte Probe eines Minerals, das für Steinkohle angesehen worden war, hier ihren Ursprung gehabt habe. Die Reise lieferte nicht den geringsten Anhalt dafür, dass in dem Gebiete thatsächlich irgendwo Steinkohlen Vorkommen könnten.
Von Maneromango aus wurde Dar-es-Salam in dreitägigem Marsche über Mkurutini am 17. März wieder erreicht.
Bis auf einen leichten Fieberanfall, der mich auf dem Rückmärsche traf und zu eintägigem Aufenthalt in Mssoga kwa Mbelela nöthigte, war die Reise ohne Hindernisse verlaufen. Waren die bergmännischen Ergebnisse auch negativer Natur gewesen, so hatten doch in geologischer Hinsicht erfreuliche lürgebnisse erzielt werden können. U. a. waren Fossilien, die eine geologische Horizont-Bestimmung ermöglichten, an nicht weniger als zehn verschiedenen Stellen aufgefunden worden.
B. Ergebnisse der Reise.
I. Dar -es-Salam und Umgebung.
1. Oberflächengestaltung und Geologie. Nähert man sich der Stadt Dar-es-Salam von der See aus, so erblickt man hinter einem niedrigen, fast eben erscheinenden Küstengelände, das in Gestalt einer 10 bis 20 m hohen Terrasse mit meist steilem Rande an den Strand herantritt (vgl. Abb. 9), am Horizonte einige Erhebungen, die nach dem geradlinigen Verlauf ihrer oberen Begrenzung darauf schliessen lassen, dass sie plateauförmigen Charakter besitzen. Es sind die »Puguberge«, die sich 18 km westsüdwestlich von Dar-es- Salam zu einer Seehöhe von 250 bis 300 m erheben. Sie stellen die nordöstliche Endigung eines ausgedehnten, landeinwärts zu Höhen von 350 bis 400 m ansteigenden Erhebungsgebietes von plateauartigem Charakter dar, das, mit einer Haupterstreckung in südwestlicher Richtung, die Mitte der grossen Landschaft Usaramo einnimmt.
Wir werden bei späterer Gelegenheit, im sechzehnten Kapitel, sehen, dass das »Usaramo - Plateau« zwar in seinem südwestlichsten Theile, in Malui, Kissangire, Yegea u. s. w., hier und da feste Gesteinsschichten enthält, die dem oberen Jura und der oberen Kreide angehören, dass die ganze nördliche Hälfte des Erhebungsgebietes, von Maneromango bis Pugu, aber von festen Gesteinsbänken nichts aufweist, vielmehr nur aus horizontal gelagerten, meist röthlich gefärbten, sandigen Lehmen und lehmigen Sanden besteht und danach höchstwahrscheinlich das gleiche —■ jungtertiäre oder altquartäre — Alter besitzt, wie die petro- graphisch gleich beschaffenen »Mikindani-Schichten« im Süden des Schutzgebietes.
Die röthlich gefärbten, lehmig-sandigen Schichten der Puguberge scheinen ostwärts bis nach Dar-es-Salam an die Küste heranzureichen. Wenigstens weisen die Steilränder des Dar-es-Salamer Krieks im Süden, in der Gegend von Mtoni, röthlichbraun gefärbte sandige Lehme von derselben Beschaffenheit, wie sie in den Pugubergen anstehen, auf und lässt auch die Angabe der Seekarte, wonach an der äusseren Strandlinie südlich von der kleinen Insel Kimbubu »rothe Klippen« vorhanden sind, die Vermuthung nicht ungerechtfertigt erscheinen, dass hier gleichartige rothe Lehme anstehen. In dem Gebiete zwischen den Pugubergen und diesen Aufschlüssen sind die »Mikindani-Schichten« im Uebrigep fast durchweg von jüngeren Bildungen überdeckt. Dieselben bestehen aus schwachlehmigen, lichtgraubraunen bis lichtröthlichbraunen Sanden, die in der Nähe der Küste vielfach von rezenten Meere.skonchylien durchsetzt sind. Der Küstenlinie zunächst sind den Sanden auch junge Korallenkalke in weiter Vep