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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
Entstehung
Seite
197
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D R EIZ E IT NTES KAPITE L.

Reise von Dar-es-Salam über Kisserawe und Yombo nach Bagamoyo, von da über Dunda und Kivugu kwa Brahim nach dem Pongue-Berge, weiter über Nbesse am Ngeringeri und die Mafissi-Fähre nach Manero- mango und über Mkurutini zurück nach Dar-es-Salam.

Vom 15. P'ebruar bis 17. März 1897.

A. Verlauf der Reise.

Nach dem Wiedereintreffen in Dar-es-Salam erschien die Untersuchung der Kohlenlagerstätten, deren Auffindung in den Gemarkungen Yombo und Dunda, 18 km südlich von Bagamoyo, gelungen sein sollte, als dringlichste Aufgabe. Die Lagerstätten versprachen, wenn sie sich als abbauwürdig erwiesen, bei ihrer geringen Entfernung von der Küste, eine grosse wirthschaftliche Bedeutung zu gewinnen.

Zur Einziehung von Erkundigungen über die Lage der Fundstätten begab ich mich von Dar-es-Salam aus zunächst nach Bagamoyo. Als Marschroute wurde statt des gewöhnlichen, längs der Küste hinführenden Weges ein solcher über Kisserawe und Yombo, der in geologischer Beziehung eine grössere Ausbeute zu liefern versprach, gewählt.

Nachdem Bagamoyo am 19. Februar erreicht war, folgte am 20. und 21. Februar der Besuch der Kohlen-PYmdstätten. Ein eintägiger Aufenthalt genügte, um festzustellen, dass es sich bei den Fundstätten nicht um fossile Braun- oder Steinkohlen, sondern um die verkohlten Wurzelstöcke von Bäumen, die bei Steppenbränden niedergebrannt sein mochten, handelte.

Der Marsch wurde nach diesem Ergebnisse in den Tagen vom 22. bis 26. Februar über Kivugu kwa Brahim nach einer nördlich vom Pongue-Berge, nahe am Wami, gelegenen Fundstätte von grossplattigem Glimmer, die durch Stuhlmann vor mehreren Jahren bekannt geworden war, fortgesetzt. Während eines sechstägigen Aufenthaltes in dem Gebiete konnte festgestellt werden, dass der Glimmer nicht abbauwürdig war und dass auch in der Um­gebung der Fundstätte keine Aussicht auf die Auffindung besser beschaffener Lagerstätten vorhanden war.

Der Rückmarsch nach Dar-es-Salam führte über Nhesse am Ngeringeri und die Mafissi-Fähre zunächst nach der Missionsstation Maneromango. Das auf dem Wege von der Mafissi-Fähre nach Maneromango durchzogene Gelände war insofern von besonderem Interesse, als die Vermuthung bestand, dass eine vor etwa zwanzig Jahren durch Eingeborene an die Mission in Bagamoyo ab-