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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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Dreizehntes Kapitel. B. II. i.

5. Bodenbeschaffenheit. Die in der Umgebung von Dar-es-Salam ober­flächlich vorherrschenden jungen Decksande haben einen Lehmgehalt von wechselnder, immer aber nur mässiger Höhe. Je nach der Höhe des Lehm­gehaltes ist die Fruchtbarkeit des Bodens verschieden. Kokospalmen und Mangobäume gedeihen in dem Boden im Allgemeinen recht gut. Die Erfolge des Versuchsgartens in Dar-es-Salam und der auf der Ostseite des Krieks gelegenen Agave-Pflanzung Kurassini beweisen aber auch, dass der Boden trotz seines ihn wenig empfehlenden Aussehens noch andere nützliche und gut verwerthbare Produkte hervorzubringen vermag.

6. Trinkwasserversorgung der Stadt Dar-es-Salam. Bezüglich des Trinkwassers ist Dar-es-Salam ebenso wie Lindi (S. 21) auf das Grundwasser angewiesen, das aus einer grösseren Zahl von gut im Stande gehaltenen, 8 bis 12 m tiefen Brunnen gewonnen wird. Infolge der durchlässigen Beschaffenheit des Bodens findet in jeder Regenzeit eine gründliche Erneuerung des Grund- wasservorraths statt. Der Vorrath hat für den Bedarf der Bevölkerung im Allgemeinen aus^ereicht. Nur in den ausnahmsweise trockenen Jahren 1897 und 1898 ist dies nicht der Fall gewesen. Die fortgesetzte Wasserentnahme hat in diesen Jahren zur völligen Trockenlegung einer grösseren Anzahl von Brunnen geführt. Wenn infolgedessen geplant wird, durch Ausführung von Tiefbohrungen Abhilfe zu schaffen, so kann dieser Plan bei dem Mangel aller sicheren Kenntnisse über den geologischen Aufbau des Untergrundes zwar nicht von vornherein als aussichtslos bezeichnet werden; sonderlich günstig sind die Aussichten auf die Erschliessung reichlicher Wassermengen aber keinenfalls, wenn man überlegt, dass die Formationen, welche in dem Untergründe mög­licherweise Vorkommen können von den Thonen, Kalken, Letten und Sand­steinen des Tertiärs, des Juras und der Kreide bis zu den festen Felsmassen der Urgneiss-Formation, nach Allem, was an den oberflächlichen Aufschlüssen in der weiteren Umgebung der Stadt Dar-es-Salam zu beobachten ist, weit mehr wasserundurchlässige als -durchlässige Schichten enthalten.

Eine vom Gouvernements-Apotheker Gieinsa ausgeführte Analyse des Wassers aus dem Pumpbrunnen des Gouvernements-Gebäudes No. 1 hat nach Mittheilung im Deutschen Kolonial-Blatt 1898 S. 381 folgendes PTgebniss gehabt (die Zahlen bedeuten Theile auf 100000 Theile Wasser):

Rückstand bei 120° getrocknet

Oxydirbar-

keit

KMn 0 4 Verbrauch |

Chlor

Schwefel­

säure

S0 3 ;

Kalk

Ca 0

! . !

| Magnesia j | Ammoniak

Mg O |

Salpetrige

Säure

N ä 0 :1

Salpeter- Eisenoxyd 1 ^ saral A

säure | und i, ha, ; te , in N a O ä I honerde Graden

96,80

0.537

13,98

8,42 1

12,27

4,05

7,00 17,00

Das Wasser erweist sich danach, soweit dies nach der chemischen Zusammensetzung allein beurtheilt werden kann, als für alle Zwecke gut verwendbar. Schädliche Substanzen sind nicht darin nachgewiesen. Mineralische Bestandtheile sind nur in mässiger Menge vorhanden. Der Chlorgehalt ist angesichts der Nähe des Plafens (Entfernung kaum 100 m) gering zu nennen.

II. Marsch von Dar-es-Salam über Kisserawe und Yombo nach Bagamoyo und Rückkehr nach Yombo. Untersuchung der Kohlenfunde in Yombo

und Dunda.

Vom 15. bis 21. Februar.

1. Oberflächengestaltung (Uebersicht). Der Plateaucharakter der hinter der Gemarkung Pugu aufsteigenden Berglandschaft offenbart sich aufs Deutlichste, wenn man die Landschaft von der auf beherrschender Höhe, 290 m über dem