K:ilkvorkomm en.
MS
kohle mit der englischen Kohle, die an der ostafrikanischen Küste heute nicht mehr als 35 bis 50 Mk. die Tonne kostet, möglich erscheinen zu lassen.
Die Nyassakohle würde schliesslich auch mit der Kohle, die am Zambesi, bei Tete, seit Livingstone’s Reisen bekannt ist, und zu deren Ausbeutung sich in neuester Zeit eine Gesellschaft gebildet hat, nicht konkurriren können.
c. Eine Eisenbahn von den Kohlenfundstellen nach der Ostküste des Schutzgebietes würde unter 800 km Länge nicht herzustellen sein. Ob sie nach den Geländeverhältnissen technisch ausführbar wäre, soll hier ununtersucht bleiben. Nimmt man den Frachtsatz für den Bahntransport nur zu 0,10 Mk. für das Tonnenkilometer an, womit man weit unter den für ähnliche Bahnen üblichen Sätzen bleibt, so würde der Transport der Tonne Kohle auf rund 80 Mk. zu stehen kommen. Das wäre allein an Transportkosten annähernd das Doppelte des Preises, zu welchem an der Küste jederzeit die beste englische Kohle zu erhalten ist.
d. Sollte es zum Bau einer Eisenbahn vom Nyassa nach dem Tangany ika, etwa im Anschlüsse an das Rho des'sehe Projekt einer afrikanischen Nord-Süd-Bahn kommen, so könnten die zwischen dem Ssongue und Kivira lagernden Kohlen eine erhebliche wirthschaftliche Bedeutung erlangen, vorausgesetzt dass die Bahnlinie nicht durch Gebiete führte, in denen sich Kohlen- vorräthe in noch günstigerer Lage fänden, und dass die Berechnung nicht eine Benutzung von Holz zur Feuerung noch vortheilhafter erscheinen Hesse, als diejenige von Kohle.
II. Kalkvorkommen.
Bei der Verfolgung der kohlenführenden Zone nach Süden fiel in dem Hügellande östlich von dem Bergzuge, an dessen Ostabfall die Kohlen ausgehen, das Vorhandensein eines niedrigen, nur 50 bis 60 m hohen Parallelzuges auf, der namentlich gegen die britische Grenze hin sehr ausgeprägt war und hier von dem Ssongue bei dem Dorfe Kilanga in engem Thale durchschnitten wurde. In dem Thaldurchschnitt war erkennbar, dass der auf ins- gesammt 6 bis 8 km Länge übersehbare, mit dem Namen Popiyumba bezeichnete Rücken aus einer unter 25 bis 30° nach Osten einfallenden, etwa 80 m mächtigen Folge von kalkigen Sandsteinen und sandigen Kalksteinen, die theils dünne Platten, theils dicke, bis meterstarke Bänke bildeten (Stufe <5 der hangenden Partie der Gesammt-Schichtenfolge nach der Eintheilung auf S. 135), bestand. Bei dem 1 km nördlich vom Ssongue, auf der Höhe des Rückens bezogenen Lager kamen zwischen den sandigen Kalksteinen einzelne, bis 0,5 m starke Lagen von recht rein aussehendem, lichtperlgrauem, dichtem, festem, muschlig brechendem, fossilleerem Kalkstein vor. Die Versuche, welche an Ort und Stelle mit dem Brennen des Kalkes angestellt wurden, führten nicht zum Ziele und mussten in F'olge meiner vorzeitigen Rückkehr nach Langenburg abgebrochen werden. Ich habe von Langenburg aus später einen grösseren Posten des Kalks holen lassen, dabei aber das Unglück gehabt, dass statt des reinen Gesteins ein durch Sand und Thon verunreinigtes gebracht wurde. Die Ankunft eines neuen Transportes ist gerade in der Zeit meines Abgangs von Langenburg erfolgt, so dass ich nicht mehr in der Lage gewesen bin, die damit angestellten Brennversuche selbst zu überwachen. Nach einer Mittheilung, die mir gemacht wurde, sind die Versuche ungünstig ausgefallen.
Demgegenüber hat die Analyse einer vom Popiyumba-Rücken stammenden Kalkprobe das folgende günstige Ergebniss gehabt:
Rückstand 5,62 °/ 0 , Fe 2 O3 + Ala O3 0,80 °/o, Ca O 51,78 °/ 0 , Mg O T76 °/o, C 0 2 40,40 °/o, PI 2 O 0,0 °/ 0 , in Summe 99,85 °/o.