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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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K:ilkvorkomm en.

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kohle mit der englischen Kohle, die an der ostafrikanischen Küste heute nicht mehr als 35 bis 50 Mk. die Tonne kostet, möglich erscheinen zu lassen.

Die Nyassakohle würde schliesslich auch mit der Kohle, die am Zambesi, bei Tete, seit Livingstones Reisen bekannt ist, und zu deren Ausbeutung sich in neuester Zeit eine Gesellschaft gebildet hat, nicht konkurriren können.

c. Eine Eisenbahn von den Kohlenfundstellen nach der Ost­küste des Schutzgebietes würde unter 800 km Länge nicht herzustellen sein. Ob sie nach den Geländeverhältnissen technisch ausführbar wäre, soll hier ununter­sucht bleiben. Nimmt man den Frachtsatz für den Bahntransport nur zu 0,10 Mk. für das Tonnenkilometer an, womit man weit unter den für ähnliche Bahnen üblichen Sätzen bleibt, so würde der Transport der Tonne Kohle auf rund 80 Mk. zu stehen kommen. Das wäre allein an Transportkosten annähernd das Doppelte des Preises, zu welchem an der Küste jederzeit die beste englische Kohle zu erhalten ist.

d. Sollte es zum Bau einer Eisenbahn vom Nyassa nach dem Tanga­ny ika, etwa im Anschlüsse an das Rho des'sehe Projekt einer afrikanischen Nord-Süd-Bahn kommen, so könnten die zwischen dem Ssongue und Kivira lagernden Kohlen eine erhebliche wirthschaftliche Bedeutung erlangen, voraus­gesetzt dass die Bahnlinie nicht durch Gebiete führte, in denen sich Kohlen- vorräthe in noch günstigerer Lage fänden, und dass die Berechnung nicht eine Benutzung von Holz zur Feuerung noch vortheilhafter erscheinen Hesse, als die­jenige von Kohle.

II. Kalkvorkommen.

Bei der Verfolgung der kohlenführenden Zone nach Süden fiel in dem Hügellande östlich von dem Bergzuge, an dessen Ostabfall die Kohlen aus­gehen, das Vorhandensein eines niedrigen, nur 50 bis 60 m hohen Parallel­zuges auf, der namentlich gegen die britische Grenze hin sehr ausgeprägt war und hier von dem Ssongue bei dem Dorfe Kilanga in engem Thale durch­schnitten wurde. In dem Thaldurchschnitt war erkennbar, dass der auf ins- gesammt 6 bis 8 km Länge übersehbare, mit dem Namen Popiyumba bezeichnete Rücken aus einer unter 25 bis 30° nach Osten einfallenden, etwa 80 m mächtigen Folge von kalkigen Sandsteinen und sandigen Kalksteinen, die theils dünne Platten, theils dicke, bis meterstarke Bänke bildeten (Stufe <5 der hangenden Partie der Gesammt-Schichtenfolge nach der Eintheilung auf S. 135), bestand. Bei dem 1 km nördlich vom Ssongue, auf der Höhe des Rückens bezogenen Lager kamen zwischen den sandigen Kalksteinen einzelne, bis 0,5 m starke Lagen von recht rein aussehendem, lichtperlgrauem, dichtem, festem, muschlig brechendem, fossilleerem Kalkstein vor. Die Versuche, welche an Ort und Stelle mit dem Brennen des Kalkes angestellt wurden, führten nicht zum Ziele und mussten in F'olge meiner vorzeitigen Rückkehr nach Langenburg abge­brochen werden. Ich habe von Langenburg aus später einen grösseren Posten des Kalks holen lassen, dabei aber das Unglück gehabt, dass statt des reinen Gesteins ein durch Sand und Thon verunreinigtes gebracht wurde. Die Ankunft eines neuen Transportes ist gerade in der Zeit meines Abgangs von Langenburg erfolgt, so dass ich nicht mehr in der Lage gewesen bin, die damit angestellten Brennversuche selbst zu überwachen. Nach einer Mit­theilung, die mir gemacht wurde, sind die Versuche ungünstig ausgefallen.

Demgegenüber hat die Analyse einer vom Popiyumba-Rücken stammenden Kalkprobe das folgende günstige Ergebniss gehabt:

Rückstand 5,62 °/ 0 , Fe 2 O3 + Ala O3 0,80 °/o, Ca O 51,78 °/ 0 , Mg O T76 °/o, C 0 2 40,40 °/o, PI 2 O 0,0 °/ 0 , in Summe 99,85 °/o.