Kohlenvorkommen zwischen Ssongue und Kivira.
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nehmen. Ich beauftragte Schwarz daraufhin, die Untersuchungen im Norden des Mualessi allein auszuführen und' kehrte selbst in Eilmärschen nach Langen- burg zurück, das ich noch arh Nachmittage des 27. Juni erreichte.
B. Ergebnisse der Reise.
I. Kohlenvorkommen.
1. Schichtenaufbau und Lagerungsverhältnisse. Eine kurze Uebersicht über den Schichtenaufbau und die Lagerungsverhältnisse in der Umgebung des Kavolo-Rückens ist schon im vierten Kapitel gegeben worden. Ich nehme hier darauf Bezug und lasse nachstehend die Ergänzungen im Einzelnen folgen.
Die gesammte Schichtenfolge gliedert sich, wie folgt:
a) Liegende Partie, bestehend aus
n. Konglomeraten, deren unmittelbare Auflagerung auf den Gneiss- untergrund zwar nicht hat beobachtet werden können, aber wahrscheinlich ist,
ß. flötzleeren Sandsteinen, die meist durch dickbankige Absonderung und grosse Festigkeit ausgezeichnet sind — die Gesammt- mächtigkeit von a und ß möchte ich auf 800 m schätzen —, y. der kohlenführenden Zone, die bei einer mittleren Mächtigkeit von 20 m nur aus Steinkohlen, Brandschiefern und Thonschiefern besteht und sowohl gegen das Liegende wie gegen das Hangende scharf abgegrenzt ist.
b) Hangende Partie, bestehend aus
n. mürben, grobkörnigen, flötzleeren Sandsteinen, ß. sandigen Schieferthonen und weichen schiefrigen Sandsteinen von vorwiegend röthlicher lAirbe, y. grauen Letten mit Einschlüssen kalkiger Konkretionen und rk grauen bis bräunlichen kalkigen Sandsteinen und fossilfreien Kalksteinen von theils dickbankiger, theils dünnplattiger Absonderung.
Die Gesammtmächtigkeit der hangenden Partie dürfte mit . 600 m nicht zu hoch angenommen sein. Die Gliederung der Partie im Einzelnen bedarf noch der Nachprüfung.
Die kohlenführende Zone, auf die sich das Interesse hauptsächlich richtet, hat von dem Iwogo-Rticken bis an den Ssongue auf eine Streichungslänge von 15 km verfolgt werden können. Sie tritt am Ostabfall sowohl des Iwogo- und Kavolo- als auch des südlich von dem letzteren folgenden Matuli-Rückens in der Mehrzahl der tiefer eingeschnittenen Bäche mit nordsüdlichem Streichen und flach nach Osten gerichtetem Blinfallen zu Tage. Die tiefste Höhenlage nehmen die Aufschlüsse am Iwogo-Rticken ein. Die Zone findet sich hier nur in den südlichsten Wasserrissen entblösst. Nach Norden verschwindet sie unter den mächtigen Schottermassen, die der Kivira in alter Zeit bis an den Euss des Iwogo-Riickens vorgeschüttet hat. Am Kavolo-Riicken liegen die Aufschlüsse in x / 3 bis 1 /i des Anstieges; am Matuli-Rücken gehen sie bis über die Hälfte der Bergeshöhe hinauf. Jenseits des Ssongue scheint der Ostabfall des Mugaya-Berges noch gleichen geologischen Charakter wie derjenige des Matuli- Rückens zu haben; bei näherer Untersuchung dürfte sich die kohlenführende Zone daher auch hier noch nachweisen lassen. Südlich und südöstlich vom Mugaya-Berge waren die Geländeformen nicht ausgeprägt genug, als dass sich geologische Schlüsse darauf hätten gründen lassen.