SIEBENTES KAPITEE.
Von Langenburg über Ipiana nach dem Kavolo-Rüeken zur Untersuchung der an dessen Ostabfall ausgehenden Steinkohlenlagerstätten und über Kilanga am Ssongue und Ipiana zurück nach Langenburg.
Vom 30. Mai bis 27. Juni 1896.
A. Verlauf der Reise.
Zur Untersuchung der Steinkohlenlagerstätten, die nach den Ergebnissen der im März unternommenen Reise am Ostabfall des Kavolo-Rückens zu Tage ausgehen mussten, wurde am 30. Mai von Langenburg aufgebrochen. Nachdem die Kivira-Miindung zu Wasser erreicht war, wurde bis zum Ostfusse des Kavolo- Rückens derselbe Weg eingeschlagen, der Ende März zur Rückkehr nach dem See benutzt worden war. Noch am Tage der Ankunft, am 2. Juni, wurde der Kandete-Bach, in welchem sich im März Gerolle von Steinkohlen gefunden hatten, aufwärts verfolgt. Die Mühe des Aufwärtskletterns in dem gefällsreichen, stark verwachsenen Bachbette wurde nach einem Wege von kaum 2 km in erfreulichster Weise belohnt. Das Bachbett zeigte sich hier auf mehr als 100 m Länge in eine leicht nach Osten einfallende Schichtenfolge eingeschnitten, die bei einer Mächtigkeit von wenig über 20 m zu mehr als der Hälfte aus Steinkohlen bestand.
Während eines achtzehntägigen Aufenthalts am Kavolo-Rüeken, vom 2. bis 19. Juni, wurde die Zusammensetzung und streichende Erstreckung des Kohlenvorkommens so weit wie möglich bestimmt. Vom 20. bis 26. Juni wurde dann das Grenzgebiet am Ssongue, südlich vom Kavolo-Rüeken, durchstreift und dabei einestheils ermittelt, dass das Kohlenvorkommen in stark verminderter Mächtigkeit noch über den Ssongue in das britische Gebiet hinüberreicht, anderentheils eine im Hangenden der kohlenführenden Schichtenpartie am Popiyumba-Rücken vorkommende P'olge von Kalksteinen auf ihre Verwendbarkeit zur Erzeugung von Brennkalk untersucht.
Die Ausführung der Absicht, die Kohlenlagerstätten noch in ihrem Fortstreichen nach Norden, über den Mualessi-Bach hinaus, zu verfolgen, wurde durch die Ankunft eines Eilboten, der über Befinden v. Eltz’s schlimme Nachrichten brachte, vereitelt, v. Eltz war von seiner Reise nach Britisch Central-Afrika so schwerkrank nach Langenburg zurückgekehrt, dass er selbst auf sein Ende gefasst war. Er äusserte den Wunsch, dass ich nach Langenburg kommen möge, um die Geschäfte der Stationsverwaltung von ihm zu über-