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Fünftes Kapitel. B. II.
der Landungsstelle vor der Station Deep-Bay hatte das Gestein z. Th. schriftgranitartigen Charakter und wurde von mächtigen Pegmatitgängen durchsetzt (Gesteinsprobe i). ,
Der durch seine Tafelform ausgezeichnete Mount Waller, an dessen Abfall englische Reisende schon vor längerer Zeit Steinkohlen aufgefunden hatten, lag südwestlich von Deep-Bay noch etwa 20 km entfernt. Das Verbreitungsgebiet der den Berg zusammensetzenden, flach gelagerten Schichten schien schon in erheblicher Entfernung von Deep-Bay ein Ende zu erreichen.
Die Tafellandschaft am unteren Ruhuhu zeichnete sich, von Deep-Bay und vom Dampfer aus gesehen, vor dem Gebirgshintergrunde scharf ab. Südlich vom Ruhuhu wurde sie von einem vereinzelten sargförmigen Berge, dem Kuigalo, um einige hundert Meter überragt. Weiter nach Süden verschwand bald der Tafellandscharakter, und es dehnte sich von da ab bis weit südlich von der Mbamba-Bay ein Gebirgsland aus, dessen F'ormen deutlich den Aufbau aus alten krystallinischen Gesteinen verriethen.
Auf den Inseln Pugulo (Papayen-Insel) und Lundo fand sich ein Biotitgranit von wechselndem Aussehen (Gesteinsproben 2 bis 4), der nur selten anstehend an die Oberfläche trat, meist vielmehr in mächtigen, hoch überein- andergethürmten losen rundlichen Blöcken dalag.
Verzeichniss der Gesteinsproben.
1. 8. 4. 96. Am Strande des Nyassa bei der englischen Station Deep-Bay anstehend. Pegmatit, z. Th. Schriftgranit.
2. 8. 4. 96. Auf der Insel Pugulo (. Papayen-Insel) anstehend. Ziemlich grobkörniger dunkler Biotitgranit.
3. 9. 4. 96. Auf der Insel Lundo anstehend. Rother Biotitgranit.
4. 9. 4. 96. Wie vor. Feinkörniger Biotitgranit.
II. Mbamba-Bay.
Die Mbamba-Bay ist neben, der Amelia-Bay der geschützteste Anlaufsplatz an der ganzen, zum deutschen Schutzgebiete gehörigen Strecke der Nyassaküste. Sie hat guten, meist sandigen Ankergrund und eine Tiefe, die den Fahrzeugen nahe an Land zu liegen gestattet. Gegen die vorherrschenden Winde aus südlicher Richtung gewährt sie vollkommenen Schutz.
Der Name Mbamba (nicht Mbampa) wird von den Eingeborenen nicht nur auf die Hafenbucht, sondern auch auf deren Umgebung angewendet. Man hört daher ebensowohl von dem Mbamba-Berge — als dem Berge, der auf der Südseite der Bucht halbinselförmig in den See vorgeschoben ist — wie von der Mbamba-Insel und dem Mbamba-Riff, die beide mehrere Kilometer westlich von dem Berge im See gelegen sind, reden.
Der Mbamba-Berg bildet ein 5 km langes und 330 m hohes Massiv, das, von den Randbergen des Sees völlig losgelöst, nur durch eine niedrige sandige Landzunge mit der Küste verbunden ist. Die Landzunge erhebt sich 4 bis 5 m über den heutigen Spiegel des Nyassa. Eine Erhöhung des Wasserspiegels um wenig mehr als 5 m würde daher genügen, um den Berg in eine Insel zu verwandeln. In der That scheint ein Wasserstand, bei dem die Landzunge überfluthet war, vor noch nicht langer Zeit geherrscht zu haben. Die Auffindung wohlerhaltener Seemuscheln in 4 bis 5 m Höhe über dem heutigen Wasserspiegel auf den Aeckern im Süden der Bucht weist u. a. darauf hin. Die Muscheln können weder durch die Brandung zu ihren Fundstellen hinaufgeschleudert sein, noch auch sogenannte Küchenreste darstellen.
Aus der vorgeschobenen Lage des Mbamba-Berges und dem Vorhandensein mehrerer Inselrifife bis 5 km westlich vom Fusse des Berges geht hervor, dass