Bereisung des Ostufers des Nyassa.
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fortgesetzt. Der Ankunftstag konnte noch zu einer Besteigung des auf der Südseite der Bay aufragenden Mbamba-Berges benutzt werden.
Nach einem kurzen Ausfluge in östlicher Richtung wurde am 11. April der Marsch am Seeufer entlang nach Norden angetreten. Am 16. April wurde Ngoma an der Ruhuhu-Mündung, am 17. Mbongo nördlich von Wiedhafen erreicht. Der 18. April diente einer Besteigung der über Mbongo sich erhebenden Dudy-Spitze. Vom 19. bis 23. April wurde dann die Reise nach Langenburg fortgesetzt, für die sich, da ein gangbarer Weg am Fusse der steil zum See abfallenden Berge fehlte, die Benutzung eines Kanoes als nothwendig erwies. Die Fahrt wurde so dicht wie möglich an Land gehalten und an den Stellen, die irgend ein Interesse erweckten, durch Landung unterbrochen. Am 24. April wurde an die bisherige Reise noch eine Kanoefahrt von Langenburg nach Ikombe angeschlossen, um die auf derselben Strecke früher schon angestellten Untersuchungen noch in einigen Punkten zu ergänzen.
Während die Auffindung von Kalk, der zum Brennen geeignet gewesen wäre, auf der Reise nirgends möglich gewesen war, hatten die Bemühungen um den Nachweis von Steinkohlen besseren Erfolg.
14 km südlich vom Ruhuhu wurde ein kräftiger Bach, der Ndombi, überschritten, in dessen Bett zahlreiche Brocken von Steinkohle und Brandschiefer vorkamen, die durch ihre Grösse und unvollkommen gerundete Form die Erwartung rechtfertigten, dass das Ausgehende der Ursprungslagerstätten in nicht sehr grosser Entfernung vom Seeufer gelegen sein könne. Ausser dem Bereiche dieses Baches wurden am Seestrande noch südlich und nördlich von der Ruhuhu-Mündung vereinzelte Bröckchen von brandschieferartiger Kohle aufgefunden. Die Wahrscheinlichkeit sprach hier dafür, dass sie dem See durch den Ruhuhu zugetragen waren. Stammten sie wirklich daher, so war ihr Ursprung jedenfalls in erheblich grösserer Entfernung vom See zu suchen als derjenige der im Ndombi-Bache lagernden Kohlen.
In der ganzen übrigen Küstenstrecke von der Mbamba-Bay bis Langenburg war von Kohlenspuren nicht das Geringste wahrzunehmen. Nach dem Ueberblick, der über die geologischen Verhältnisse gewonnen werden konnte, erschien hier auch die Hoffnung, dass es bei einer Durchstreifung des dem See benachbarten Berglandes künftig noch möglich sein werde, hier irgendwo Kohlen aufzufinden, ausgeschlossen.
Um die Aufsuchung der Lagerstätten, die den Ursprung der Kohlenge- rölle des Ndombi-Baches bildeten, zu beschleunigen, Hess ich meinen Gehilfen Schwarz mit dem Aufträge, das Zuflussgebiet des Ndombi-Baches zu durchstreifen, in Mbongo zurück, während ich selbst die Reise nach Langenburg fortsetzte, um die geologische Untersuchung der Küstenstrecke zu vollenden und in Langenburg die zu einer bergmännischen Untersuchung der Kohlenvorkommnisse erforderlichen Werkzeuge zu beschaffen. Es wurde verabredet, dass ich mit dem Wissmann-Dampfer, dessen nächste Abfahrt von Langenburg am 27. oder 28. April zu erwarten war, zu Schwarz zurückkehren und die Untersuchung der Kohlenvorkommnisse dann mit ihm gemeinsam zu Ende führen würde.
B. Ergebnisse der Reise.
I. Dampferfahrt von Langenburg über Deep-Bay nach Mbamba-Bay.
9. und 10. April.
Der kurze Besuch in Deep-Bay gestattete nur, festzustellen, dass die Felsmassen, die hier riffartig in den See vorsprangen, aus Granit bestanden. An