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Zweites Kapitel. C. III. i.
solchen Brunnenlöchern geschöpfte Wasser auch oft von Lehm getrübt, so habe ich es doch stets geruchlos und rein schmeckend gefunden. Ich habe kein Bedenken getragen, solches Wasser, das vor meinen Augen aus frisch ausgehobenen oder aus leer geschöpften und danach vertieften Gruben entnommen war, auch ungekocht zu trinken.
Die Temperatur des Wassers eines bei dem Lagerplatze Tshikukwe gelegenen, 3,5 m tiefen Brunnenloches wurde, nachdem durch länger fortgesetztes Ausschöpfen die Sicherheit gewonnen war, dass das Brunnenloch nur frisch aus dem Boden ausgesickertes Wasser enthielt, zu 26,8 0 C. bestimmt.
5. Bodenbewachsung und Besiedelung. Der aus Thonen bestehende Hügelrücken westlich von Lindi ist, wie oben schon erwähnt wurde, mit lichtem Buschwalde von dürftigem Charakter bedeckt.
In der Terrassenlandschaft der Gemarkungen Madyani und Ruaha wächst auf gut lehmigem Sandboden ein ganz ansehnlicher Laubwald, der nur durch Rodungen vielfach gelichtet ist. Die Felder der Eingeborenen scheinen hier gute Erträge zu liefern. Die von Mangobäumen und Gruppen von Kokospalmen umgebenen Siedelungen der Eingeborenen machen einen freundlichen Eindruck.
Das zwischen Ruaha und Mtua gelegene Hügelland, dessen röthlich gefärbter lehmiger Sandboden erkennen lässt, dass es aus der Zerstörung einer Plateauvorstufe hervorgegangen ist, trägt meist einen dichten, von Lianen durchrankten Hochwald. Siedelungen sind nur sehr spärlich darin vorhanden. Auffallend ist hier die rohe Art der Felderbestellung: der Boden wird in den frisch hergestellten Brandlichtungen nicht auf der ganzen P'läche umgehackt; nur in Abständen werden flache Löcher aufgeworfen, in welche die Mtamä- Körner oder die Mhogo-Stecklinge versenkt werden.
Die ebene, rein sandige Thalterrasse zwischen Mtua und Ningedi trägt eine weithin durchsichtige, recht kümmerlich aussehende Buschgrassteppe.
Dichter Busch bedeckt wieder das Plateauvorland südwestlich von Ningedi, das gleich dem zuvor passirten Hügelland aus röthlich gefärbten lehmigen Sanden besteht.
Die alluviale Thalsohle des Lukuledi ist in dem vom Marsche berührten Theile recht gut besiedelt. Die versumpften Stellen sind mit hohem Schilf bewachsen. Auf den der Ueberschwemmung nicht oder nur ausnahmsweise ausgesetzten Bodenflächen erheben sich zahlreiche Borassuspalmen, unter denen die ausgedehnten Mtama- und Maisfelder der Eingeborenen gelegen sind.
Südlich vom Lukuledi führt der Weg bis Hatia abwechselnd durch leicht erhöhtes, sandiges, mit lichtem Laubwald bedecktes, unbewohntes Gelände und durch reich angebautes Niederungsgebiet.
Auf dem Weitermarsche bis Tshikukwe wird zunächst ein ansehnlicher lichter Hochwald mit üppiger, dichter Grasdecke am Boden, der hin und wieder von Bambusbeständen unterbrochen wird, durchwandert. Kurz vor Tshikukwe wird der bis dahin lehmig-sandige Boden lehmärmer, und nimmt der Wald infolgedessen den Charakter der reinen Baumgrassteppe an.
Die einzige Siedelung zwischen Hatia und Tshikukwe ist das kleine Dorf Mtshekenye. Erst in der Gemarkung Tshikukwe sind wieder zahlreiche Ansiedelungen vorhanden.
III. Marsch von Tshikukwe bis zum Lager am Muhesi-Flusse.
21. bis 29. Januar.
I. Oberflächengestaltung. Der Rand des Muera-Plateaus hat sich schon lange vor Tshikukwe vom Wege entfernt. Bei Tshikukwe biegt auch der Rand des Makonde-Plateaus mit scharfer Wendung nach Süden vom Wege ab.