Trinkwasser-Versorgung der Stadt Lindi.
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mehr oder weniger hohe Salzgehalt des Wassers scheint nur auf die Verbreitung der verschiedenen Mangroven-Arten von Einfluss zu sein.
5. Trinkwasser-Versorgung der Stadt Lindi. Bezüglich des Trinkwassers ist Lindi, da das hinter der Stadt gelegene Hügelland zu undurchlässig ist, um ständig fliessende Quellen zu speisen, in der Trockenzeit auf das Wasser von Brunnen angewiesen, die in der untersten, vorwiegend aus lehmigen und kalkhaltigen Sanden bestehenden Strandterrasse angelegt sind, und die (wie dies in Küstengebieten die Regel bildet) schon in geringer Entfernung vom Strande geniessbares, wenn auch zuweilen leicht brackiges Wasser liefern. Der Gouvernements-Apotheker Giemsa hat von zwei Brunnenwässern aus Lindi Analysen angefertigt, deren Ergebnisse nach dem Deutschen Kolonialblatt 1898, S. 381, im Folgenden mitgetheilt werden (die Zahlen bedeuten Theile auf 100000 Theile Wasser):
Lage des Brunnens
Rückstd.
bei
120° getrocknet
Oxydir- barkeit K Mn 0 4 — Verbrauch
Chlor
Schwe
felsäure
(S O s )
Kalk (Ca O)
Mag- nesia (Mg 0)
Ammo
niak
Sal- petrige Säure (N, Oj)
Salpeter- Säure (N 2 O b )
Eisenoxyd u. Thonerde
Gesmt.- härte in deutsch. Graden
i.L Offener Schöpfbrunnen im Garten d. Deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft
x 86,00
0,81
20,62
12,10
13,48
7,10
Spuren
0,20
20,00
2. Offener Schöpfbrunnen im neuen Gouvernements- Garten .
226,00
0,67
42,30
23,90
49,00
8,87
0,19
0,72
0,6l
58,20
Das erste Wasser hat eine allen berechtigten Anforderungen genügende chemische Zusammensetzung. Die Rückstandsziffer stimmt nicht zu den sonstigen Ergebnissen. Vielleicht liegt hier ein Druckfehler vor, und soll sie 86,00 statt 186,00 heissen.
Das Wasser unter 2 ist sehr viel schlechter als das erste. Gesundheitlich erregt sein Gehalt an salpetriger Säure Bedenken. Die übergrosse Härte beeinträchtigt die Verwendbarkeit zu Koch- und Waschzwecken. Ohne nähere Kenntniss der örtlichen Verhältnisse lässt sich indessen kein abschliessendes Urtheil über den Werth oder Unwerth des Brunnens abgeben.
Auf der Ostseite des Lindi-Krieks herrschen etwas andere Grundwasserverhältnisse als auf der Stadtseite. Der zerklüftete Kalk, welcher hier die Höhe der Erhebung bedeckt, vermag in der Regenzeit gewisse Wassermengen aufzunehmen, die dann allmählich in ausdauernden Quellen abfliessen. Eine der vorhandenen Quellen wird zur Speisung des unter dem Sanatorium nahe dem Strande erbauten geräumigen Schwimmbassins benutzt.
II. Marsch von Lindi bis Tshikukwe. 13. bis 20. Januar.
1. Oberflächengestaltung. Der Weg überschreitet zunächst den im Westen von Lindi gelegenen Hügelrücken in 175 m Seehöhe und wendet sich dann, nachdem bei Nguru-mahamba, an einem Seitenarme des Lindi-Krieks, noch einmal das von der Springfluth überspülte Niveau berührt worden ist, der vom Makonde- und Muera-Plateau eingeschlossenen breiten Thalsenke des Lukuledi zu, der er bis Tshikukwe folgt.
Die Bodengestaltung ändert sich mit der Annäherung an die Lukuledi- Senke in auffälliger Weise. Während das den Lindi-Kriek umgebende Hügelland vorzugsweise gerundete Formen aufweist, herrscht in der Lukuledi-Senke die Terrassenform vor. Die den Fluss begleitenden Terrassen werden von