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Denkschrift zur Förderung des Deutschtums in China / Deutsche Vereinigung Schanghai
Entstehung
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kann man sie im Hinblick auf den angestrebten Erfolg bescheiden nennen. Wenn Deutschland aus Vorsorge für seine wirtschaftliche Zukunft in den Kampf um den chinesischen Markt eintreten will, muß es auch Opfer dafür bringen und darf nicht erwarten, daß ihm reife Früchte mühelos in den Schoß fallen.

Es kann ohne weiteres zugegeben werden, daß es nicht leicht halten wird, die als erforderlich bezeichneten Mittel aufzubringen, zumal im gegen­wärtigen Moment, wo durch die neue Heeresvorlage erhöhte Anforderungen an die Steuerkraft des Volkes gestellt werden. Indessen liegen auch hier keine unüberwindlichen Schwierigkeiten vor. Wenn, um von England, den Vereinigten Staaten und Japan nicht zu reden, sogar Italien jährlich drei Millionen Lire für Auslandsschulen hergibt, so sollte uns Ähnliches möglich sein. Denn für das Notwendige sind in Deutschland immer noch die erforder­lichen Mittel gefunden worden.

Rechnet man mit den gegebenen Verhältnissen, so scheinen nur zwei Wege offen zu stehen, die Gelder zu beschaffen. Der eine Weg ist die Gründung eines das ganze deutsche Volk umfassendenAuslands-Kultur- vereins", der ähnlich dem Flottenverein nur einen geringen Beitrag erhöbe, aber durch die Anzahl seiner Mitglieder finanziell so kräftig würde, daß er die erforderlichen Mittel ganz oder teilweise zur Verfügung stellen könnte. Sollte dieser Versuch versagen, weil der Gedanke, was hier auf dem Spiele steht, in den breiten Schichten unseres Volkes noch nicht den genügenden Widerhall findet, dann bleibt nur der Weg übrig, daß das Reich mit seinen Mitteln eingreift und die nötigen Summen dem Kuratorium zur Verfügung stellt. Vielleicht ließe sich ein Teil der etwa zehn Millionen Mark jährlich betragenden Entschädigung, die China für die Boxerunruhen noch an Deutschland zu zahlen hat, für diese Zwecke verwenden, wie es in ähnlicher Weise seitens der Vereinigten Staaten geschieht.

Beschaffung der Kosten.

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