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Denkschrift zur Förderung des Deutschtums in China / Deutsche Vereinigung Schanghai
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Organisation und Kosten.

UM allen genannten Bestrebungen die erforderliche organisatorische Einheit Kuratorium zu geben, sollte in Berlin ein großes Kuratorium gebildet werden, das in B er ' in - alle Kreise umfassen müßte, die überhaupt Interesse für China haben. Ihm sollten insbesondere Mitglieder des Bundesrats, des Reichstags, des Ost­asiatischen Vereins in Hamburg, der Deutsch-Asiatischen Gesellschaft in Berlin, der Missionsgesellschaften usw. angehören. Dem Kuratorium wären die be­schafften Gelder zur Verfügung zu stellen und seine Aufgabe würde sein, sie zu verwalten, in Deutschland die erforderliche Propaganda zu machen und in grundlegenden Fragen Entscheidungen zu treffen.

Daneben sollte ein Zentral-Ausschuß für China mit dem Sitz in Schanghai, Zentral-Ausschuß als dem bedeutendsten Handelsplatz Chinas gegründet werden. (Fremder Handel m China, der Haupthäfen in Millionen Mark für 1911: Schanghai 1039; Kanton 217; Tientsin 113; Hankau 112; Tsingtau 66). Dieser Ausschuß müßte aus Vertretern der verschiedenen deutschen Vereinigungen in China, der Missions­gesellschaften usw. bestehen und sollte einmal im Jahre oder nach Bedarf öfter zusammentreten. Er hätte für die Propaganda grundlegende Fragen zu besprechen, den Austausch der gegenseitigen Erfahrungen zu vermitteln und Vorschläge an das Kuratorium weiterzugeben.

Die eigentliche Führung der Geschäfte müßte in die Hände einer einzigen Propaganda- Person, eines Propaganda-Leiters, gelegt werden, der mit weitgehenden Voll- Leiter, machten auszustatten ist. In seiner Hand laufen alle Fäden zusammen, er ist die Zentralstelle für den Verkehr der einzelnen deutschen Vereinigungen, Schulen und sonstigen Institute in China miteinander und mit dem Kuratorium zu Hause. Er steht für Einheitlichkeit in der ausführenden Arbeit, für allseitiges Ineinander- arbeiten, für den gerechten Ausgleich der Gegensätze und dafür, daß alle in Betracht kommenden Kräfte zur Mitarbeit herangezogen werden. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, müßte er von Zeit zu Zeit die verschiedenen Plätze in China, in denen deutsche Unternehmungen bestehen, aufsuchen.

Für diese Stellung kommt nur eine ungewöhnlich tüchtige Persönlichkeit in Betracht, die Kenntnis des Landes und der Sprache mit Initiative, Organiations- talent, großer Arbeitskraft und Aufopferungsfähigkeit im Dienste des nationalen Gedankens verbindet. Nur eine Persönlichkeit, die alles das in sich vereinigt, wird den Anforderungen einer solchen Stellung gerecht werden können. Eine Anzahl Hilfskräfte sind ihm natürlich beizugeben.

Die Organisation sollte, ähnlich wie bei unsern Gegnern, als eine private Privater erscheinen. Man könnte vielleicht unter dem DecknamenDeutsch-chinesische Charakter. Vereinigung" oderDeutscher Kulturverein" arbeiten. Damit soll eine Mit­wirkung der Behörden, insbesondere der Gesandtschaft, des Gouvernements Kiautschou und der Konsulate keineswegs ausgeschaltet werden; allein deren Mitarbeit soll sich nur nach innen bemerkbar machen und nicht der Öffentlichkeit gegenüber hervortreten, da die Chinesen sonst sofort kopfscheu werden würden.

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