schulen und Versuchsanstalten, weiter Medizin und Chemie und endlich die auf den Kriegsschulen und Kriegsakademien gelehrten militärwissenschaftlichen Fächer. Nationalpolitische Erwägungen dagegen stellen die Geisteswissenschaften in den Vordergrund, in denen für das nationale und politische Ansehen Deutschlands in China die Beeinflussung der studentischen Jugend von deutscher Seite aus wünschenswert erscheint. Dazu gehören Staatsverwaltung und Völkerrecht, Nationalökonomie und Finanzwissenschaft, Geschichte und Pädagogik.
Es sollte bei uns jährlich ein Fonds zur Verfügung stehen, aus dem 20 bis 25 Lehrer besoldet werden könnten, die in geeigneter Weise auf die Reichsuniversität, die Provinzial - Hochschulen, die Lehrerseminare, die technischen, Handels-, Industrie- und Militärschulen zu verteilen wären. Beschaffenheit Überall, wo deutsche Lehrer tätig sind, mag es sich um unsere deutsch-
der Lehrkräfte chinesischen oder um die chinesischen Staatsschulen handeln, wird der Erfolg im allgemeinen. vQn j nrem Können, von ihrer Persönlichkeit und ihrer besonderen Befähigung im Dienste des deutschnationalen Gedankens tätig zu sein, abhängen. Richtige Auswahl spielt daher eine entscheidende Rolle; die besten Kräfte sind gerade gut genug; mit mittelmäßigen oder aus Deutschland weggelobten Kräften wird unserer Sache nur geschadet. Nur dann werden unsere Bestrebungen vorankommen, wenn bei der Anstellung ausschließlich solche Männer in Betracht gezogen werden, die in ihrer Tätigkeit in China eine Lebensaufgabe sehen, und die außer der Eignung für ihren Beruf noch besonders befähigt sind, selbständig organisatorisch tätig zu sein und auch außerhalb der Schule eine spezifisch deutsche Atmosphäre zu schaffen.
Es ist unbedingt notwendig, daß das Pensionsverhältnis der Lehrer in der Heimat durch die Tätigkeit in China nicht nur nicht leidet, sondern daß die Jahre, die sie im Ausland gewirkt haben, ihnen ähnlich wie es bei den Beamten des Auswärtigen-, des Kolonial- und des Flottendienstes der Fall ist, in erhöhtem Maße angerechnet werden. Der Zusammenhang der in China tätigen Lehrer mit der Heimat muß auch in der Weise erhalten bleiben, daß ihnen bei Gelegenheit eines regelmäßig im Laufe mehrerer Jahre zu gewährenden Heimatsurlaubs die Möglichkeit geboten wird, sich mit den Fortschritten, die in ihrem Beruf inzwischen gemacht sind, vertraut zu machen.
Der Krebsschaden unseres deutsch-chinesischen Schulwesens, soweit die Lehrkräfte in Betracht kommen, liegt darin, daß keine Vorkehrungen getroffen sind, die Lehrer hier im Osten für längere Zeit festzuhalten. In der Regel wird nur ein kurzfristiger Vertrag geschlossen. Nach der Abreise aus Deutschland erfolgt in den meisten Fällen die Entlassung aus dem heimatlichen Schuldienst, weil die einzelnen Bundesstaaten nicht gewillt sind, für die der Gesamtheit des Deutschtums zugute kommende Arbeit des Lehrers in China dauernd Opfer zu bringen. Trotz alledem pflegen die deutschen Lehrer ihre Aufgabe mit Ernst anzugreifen. Mancher bringt den Idealismus mit, sich über seine mißliche Lage hinweg zu setzen und widmet sich mit Eifer und Energie der Erlernung der schwierigen Landessprache. Aber alles ist vergeblich. Kaum ist er so weit, daß er anfangen könnte, wirklich Ersprießliches zu leisten,
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