Neuerdings werfen sich die Engländer und Amerikaner in großzügiger Technische Weise auf die Vermittlung technischen Wissens an das junge China. Die Schulen, vor kurzem gegründete British Engineers Association hat es sich programmmäßig zum Ziel gesetzt, die englische Sprache als einzige Hilfssprache auf dem Gebiet der Maschinen- und Montanindustrie durchzusetzen und alle fremde Konkurrenz, womit in erster Linie die deutsche gemeint ist, auszuschalten. Die Hongkonger Universität scheint immer mehr zu einer rein technischen Hochschule ausgebaut zu werden. Die Young Men's Christian Association in den Vereinigten Staaten hat letzthin etwa 16 Millionen Mark für Errichtung technischer Schulen in China beschafft. Diese Maßregeln zeigen, welche Wichtigkeit unsere Gegner diesem Spezialgebiet beimessen. In der Tat kann man es, von handelspolitischen Gesichtspunkten aus betrachtet, als unsere wichtigste und aussichtsreichste Aufgabe bezeichnen, die Träger der beginnenden industriellen Entwicklung Chinas auszubilden. Die Industrie Chinas steckt noch in den Kinderschuhen. Eigene technische Kräfte hat es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch nicht, und der Bedarf ist groß. Mit der zu erwartenden Industrialisierung Chinas, die sich durch umfangreiche Bahnbauten, Hebung der reichen Bodenschätze des Landes und Bearbeitung der Landesprodukte in Großbetrieben charakterisieren wird, werden maschinelle Einrichtungen von gar nicht abzusehenden Wertmengen benötigt werden. Hier ist ein Gebiet, das von unsern Gegnern noch nicht besetzt ist, und das wir erobern können, wenn die Arbeit rasch in großzügiger Weise in die Hand genommen wird. Wir müssen dafür sorgen, daß der Hauptanteil an dem zu erwartenden Maschinengeschäft der deutschen Industrie zu gute kommt. Die Bestellungen werden vorwiegend nach dem Lande gehen, dem die leitenden Ingenieure und Verwaltungsbeamten ihre Ausbildung zu verdanken haben. Es muß in diesem Zusammenhang auch auf den konservativen Sinn des Chinesen hingewiesen werden, der eine Maschine, deren Qualität er aus eigener Anschauung kennen gelernt hat, immer wieder kauft, mögen noch so viele Konkurrenten ihre Fabrikate als billiger und besser anpreisen. Die überlegene deutsche Industrie hat auch daran ein besonderes Interesse, daß der Chinese möglichst bald eine gute und deswegen etwas teurere Maschine von dem vielfach auf den Markt geworfenen billigen Schund zu unterscheiden lernt, und daß er begreift, wie teuer eine billige Maschine infolge der hohen Betriebs- und Unterhaltungskosten werden kann.
Wir haben bisher nur in Tsingtau und Schanghai technische Schulen gegründet. Für Hankau scheinen die Mittel gesichert zu sein. Außerdem sollten aber noch mindestens fünf weitere derartige Schulen eingerichtet werden, und zwar in Tientsin, Tsinanfu, Kanton, Tschengtu und Tschangscha. In Tientsin und Hankau sollte Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen gelehrt werden; in Tsinanfu Maschinenbau, Elektrotechnik und Hüttenwesen; in Tschengtu Maschinenbau, Elektrotechnik und Bergbau; Tschangscha sollte als reine Bergschule eingerichtet werden.
Diese Schulen könnten in dem industriellen China eine bedeutende Rolle spielen; denn auf dem Gebiet des technischen Unterrichts sind wir in der Lage,
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