Teil eines Werkes 
H. 1 (1906) Die englische Kolonialpolitik und Kolonialverwaltung / von M. von Brandt
Entstehung
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Staats- und Kommunal­dienst.

oder 4,4 Milliarden Mk. gegen 3,1 Milliarden des Deutschen Reichs ohne die Schulden der Einzelstaaten.

Nur noch zweier Punkte mag Erwähnung geschehen. Nach Eingeborene in dem Zensus von 1891 betrug die Bevölkerung von Indien 288 J /2 Million, darunter 90 169 Engländer. Von den 824 höheren Stellen im Zivildienst waren 2 Jahre später 93 für Eingeborene offen; in den Provinzen waren 2449 Eingeborene in dem höheren Verwaltungs- und Justizdienst beschäftigt und von 114 150 Stellen, die ein höheres Gehalt als 1000 Rupien (1350 Mk.) jährlich brachten, befanden sich 96 Proz. in den Händen von Eingeborenen, von denen überhaupt 2 395 162 teils im lokalen Verwaltungsdienst, teils in dem der Dörfer standen. 1902/03 wurden für öffentliche Erziehungszwecke ausgegeben: 44486 644 Rupien (59,32 Mill. Mk.); die Zahl der verschiedenen Schulen betrug für Knaben 143 927, für Mädchen Knaben 4 221041, der Mädchen 472 171 und 996 341 Frauen von resp. 149 442 konnten lesen und schreiben, d. h. nicht Muttersprache. Diese Zahlen beweisen,

verschwindend kleinen Zahl von Europäern regiert wird, und daß die Eingeborenen durchaus nicht von der Verwaltung ihres Landes ausgeschlossen sind. Die höchsten und wichtigsten Beamtenstellen müssen freilich in der Hand der Engländer bleiben, auch schon wegen der Eifersucht, die zwischen den verschiedenen Klassen der indischen Bevölkerung herrscht.

Erziehung.

8603; die der Schüler: 14 690 080 Männer 106 und 143 972 800 englisch, sondern ihre daß Indien von einer

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Zu allen Zeiten ist die Beschaffung der erforderlichen Ar- Die Be- beitskräfte für die Kolonien, und nicht nur für die in den Tropen Arbe'itskfän" gelegenen, die wichtigste und zugleich die schwierigste Aufgabe gewesen, der sich die Gründer, Beherrscher und Bewohner der­selben gegenüber fanden. Die Art und Weise, wie die Spanier nach der Entdeckung Amerikas die Indianer zu Frohndiensten zwangen, und die sich schließlich dagegen, hauptsächlich dank dem Eintreten der Geistlichkeit für die geknechteten und miß­handelten Eingebornen, im Mutterlande erhebende öffentliche Mei­nung, führte indirekt schon 1503 gab es einzelne Neger-Sklavenhandel Sklaven in Westindien zum Sklavenhandel mit Afrika, in dem "^avereY" die Portugiesen, denen die Häfen in den am meisten in Frage kommenden Gebieten gehörten, als Sklavenjäger und Händler eine Hauptrolle spielten. Übrigens beteiligten sich bald alle Nationen an dem gewinnbringenden Geschäft, ohne das der Plantagen­betrieb in Westindien überhaupt unmöglich gewesen wäre. Vom humanitären oder religiösen Standpunkt aus fand niemand etwas