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Unsere Kolonien / von Heinrich Schnee
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Kamerun.

im Graslande, wie in Adamaua bis zum Tschadsee besteht eine nicht unerhebliche Laumwollkultur der Eingeborenen. Das Pro­dukt wird an Grt und Stelle von den Bewohnern für eigenen Bedarf verarbeitet. Diese Baumwolle ist zwar für den euro­päischen Verbrauch nicht geeignet, doch gedeihen dort auch pas­sendere Baumwollarten. Weite Gebiete des Hinterlandes er­scheinen für den Anbau von Baumwolle für den Export wohl geeignet. Das kann allerdings erst in Frage kommen, wenn diese Gebiete durch eine Eisenbahn mit der Rüste verbunden sind, was bezüglich des Transports von palmkernen oben gesagt ist, gilt in noch höheren: U7aße von der Baumwolle, bei der noch eine Schwierigkeit dadurch hinzukommt, daß sie für den Welthandel zu großen und schweren Ballen zusammengepreßt werden muß, die nicht getragen werden können. Für den Trägertransport müßte also die Baumwolle zunächst besonders verpackt werden. Auf weitere Entfernungen kann ein solcher Transport der hohen Rosten wegen überhaupt nicht in Frage kommen. In den näher­gelegenen Urwaldgebieten ist die Baumwollkultur nicht möglich.

e) Plantagenwirtschaft und sonstige europäische Unternehmungen.

Die Tätigkeit der europäischen Firmen in Kamerun erstreckt sich sowohl auf Handel, wie auf Plantagenbau. Das gegenwärtige Überwiegen des ersteren zeigt sich unter anderem darin, daß 3^7 im Schutzgebiet am ^ Januar IW? tätigen weißen Raufleuten nur 86 Pflanzer gegenüberstanden.

Der Handel mit den Eingeborenen spielt sich vorwiegend in Form des Tauschverkehrs ab, doch ist der Geldverkehr in be­ständiger Zunahme begriffen. Die europäischen Firmen haben ihre Faktoreien über die Urwaldzone hinaus bis in das Grasland hinein vorgeschoben, selbst das Tschadseegebiet ist bereits in den Rreis der Handelstätigkeit hineinbezogen worden. Abgesehen von einigen wenigen englischen Firmen, sind sämtliche Handelshäuser in deutschen Händen. Es seien nachstehend einige größere Firmen aufgeführt, welche sich mit Handel in Ramerun befassen:

Gesellschaft Nordwest-Rainerun, Gesellschaft Süd-Ramerun, woermann Sc Co., (L. F. Wilhelm Iantzen, Afrikanische Rom- pagnie A.-G., Deutsch-Westafrikanische Handelsgesellschaft Deutsch-Westafrikanische Bank, welch letztere beiden gleichfalls