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Unsere Kolonien / von Heinrich Schnee
Entstehung
Seite
104
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Deutsch-Südwestafrika.

Bergbau.

Deutsch-Südwestasrika weist nach den bisherigen Feststellun­gen hauptsächlich Reichtum an Rupfererzen auf. Rupfer kommt im westlichen Teil Südafrikas in der Rapkolonie, wie in Deutsch- Südwestafrika vor in sogenannten Nestern, welche jedoch sehr groß sind und oft viele Tausende von Tonnen enthalten. In dem englischen Rlein-Namalande südlich des unser Schutzgebiet nach Süden abgrenzenden Granjeflusses ist bereits seit 60 Jahren ohne Unterbrechung Rupferbergbau betrieben worden. In dem deut­schen Gebiet setzt sich das vorkommen von Rupfer bis weit nach Norden fort. Die einen bedeutenden Reichtum an Rupfer auf­weisenden Minen bei Gravi und Tsumeb befinden sich im nördlichen Teile der Rolonie. Da eine Ausbeutung dieser weit im Innern gelegenen Rupferminen nur vermittels einer Bahn erfolgen konnte, so wurde, nachdem die Untersuchung des Rupfer­vorkommens durch Bergingenieure ein sehr günstiges Ergebnis gehabt hatte, von der neugegründeten Gtaviminen- und

Eisenbahngesellschaft mit dem Bau einer schmalspurigen Eisen­bahn von Swakopmund nach den Gtaviminen begonnen. An der Gesellschaft, deren Kapital 20 Millionen Mark beträgt, sind besonders die Diskontogesellschaft und die Loutn 'West ^.irica. Lomvan^, in deren Ronzessionsgebiet die Rupferminen fallen, be­teiligt. O06 wurde die 570 Km lange Eisenbahn bis zu ihrem Nordpunkt Tsumeb vollendet und alsbald mit dem Bergbau be­gonnen. Zunächst wird nur die Erzlagerstätte von Tsumeb aus­gebeutet, während die übrigen drei bisher bekannten Erz­vorkommen der Gesellschaft zwischen Gtavi und Nietfontein erst später in Angriff genommen werden. Bei den Arbeiten in Tsumeb ist man bis auf eine Tiefe von 70 in gedrungen und hat das Erz­lager in sehr guter Beschaffenheit gefunden. Die Gesamtförderung betrug M6 rund 2^00 Tonnen Lrz mit 12 o/o Rupfer und 2H o/g Blei. Für wird eine doppelt so hohe Förderungsziffer erwartet. Es sollen zunächst die reicheren Lrze mit etwa lL o/g Rupfergehalt roh verschickt werden, während die ärmeren Erze in. Tsumeb selbst verhüttet werden sollen. Zu diesem Zweck sind dort zwei Schmelzöfen errichtet worden. Die Versorgung von Tsumeb mit Wasser geschieht durch eine 20 Km lange Wasser­leitung vom Gtjikotosee her.