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Unsere Kolonien / von Heinrich Schnee
Entstehung
Seite
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Deutsch-Südwestafrika.

kommen an Hüttensteuer ist höher als die oben angegebene, dem Schutzgebiet zufließende Summe, da ein erheblicher Anteil den Rommunalverwaltungen zufließt (50v/o der in den mitRommunal- verrvaltung ausgestatteten Bezirken einkommenden Hüttensteuer ab­züglich eines Beitrags zu den Rosten der Landespolizei, 1L08: 500000 M.). Mit der geplanten Aufhebung der Rommunal­verwaltungen wird eine erhebliche Steigerung der Einnahmen des Schutzgebiets eintreten, der allerdings eine Vermehrung der Ausgaben für die bisher den Rommunalverwaltungen obliegenden Aufgaben gegenüberstehen wird.

2. Deutsch-Südwestafrika.

a) Das Land.

Deutsch-Südwestafrika hat einen Flächeninhalt von 835 000 Quadratkilometern, das ist mehr als das ^/s fache der Größe des Deutschen Reiches. Die Rolonie wird im Westen durch den At­lantischen Gzean, im Norden durch den Runenefluß begrenzt, welch letzterer sie von der portugiesischen Rolonie Angola trennt. Im Süden bildet der Granjefluß die Grenze, südlich welches Flusses die englische Rapkolonie beginnt. Ostlich reicht die Rolonie bis zum 20.° bzw. 22.° östlicher Länge von Greenwich, angrenzend an Britisch-Betschuanaland. Im Nordosten schiebt sich ein schmaler Streifen deutschen Gebiets weit in das Innere bis zum Sambesi hin (der sogenannte (Laprivizipfel, siehe S. 6).

Die etwa ^50 Km lange Rüste weist nur zwei natürliche Häfen auf, lvalfischbay im mittleren und Lüderitzbucht im süd­lichen Teil der Rolonie. Die erstere Bucht befindet sich ebenso wie eine Anzahl der kleineren, Südwestasrika vorgelagerten Inseln in englischem Besitz. Ls haben daher, um einen Zugang zu dem mittleren Teil der Rolonie zu gewinnen, an einem dafür geeig­neten Punkt der Rüste, in Swakopmund, etwas nördlich der ZVal- fischbay, unter großen Rosten und Schwierigkeiten, tandungs- vorrichtungen getroffen werden müssen. Eine als Wellenbrecher gebaute steinerne Mole ist bald völlig versandet. Der Landungs- verkehr zwischen den auf der Reede liegenden Dampfern und dem Lande vollzieht sich jetzt mit Hilfe einer weit in das Meer hinausragenden hölzernen Landungsbrücke, welche an der vor Bau der Mole benutzten Landungsstelle errichtet ist.