Druckschrift 
Unsere Kolonien / von Heinrich Schnee
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

Wassererschließung.

versuche angestellt worden. Hauptsächlich kommt hierfür allerdings der für die europäische Besiedelung nicht geeignete tropische Norden in Betracht.

Wenngleich die Garten- und Ackerwirtschaft bei der Natur des Landes an Bedeutung stets weit hinter der Viehzucht zurück­bleiben wird, welche allein im weitaus größten Teile des Schutz­gebietes möglich ist, so besteht doch die Aussicht, daß mit fort­schreitender Wassererschließung und Eröffnung des Landes durch Lisenbahnen auch die Kleinsiedlungen in steigendem Maße Wichtig­keit für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie erlangen werden.

Ein gefährlicher Gegner bedroht allerdings die Kleinsied­lungen, nämlich die Wanderheuschrecken, welche zuweilen in un­geheuren Schwärmen von dem Innern Afrikas her in das Land einbrechen und alles abfressen, was sie vorfinden. So hat im Jahre das Schutzgebiet viel unter Heuschrecken zu leiden

gehabt, die sich naturgemäß in erster Linie für die von ihnen heim­gesuchten Kleinsiedlungen als verderblich erwiesen.

t) Wassererschließung.

Die Besiedlung des Landes hängt, wie erwähnt, zum wesent­lichen Teil von der Wassererschließung ab.

Die in der Kapkolonie gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß durch die Erbohrung von Wasser die Nutzbarkeit des Landes außerordentlich erhöht und die Möglichkeit einer dichteren Besiedlung und intensiveren Ausnutzung des Landes gegeben wird. Nach der Regierungsstatistik sind im Kaplande die Bohrmaschinen in den Iahren !8H6lL^H von ^5 auf vermehrt worden, und das mit ihnen täglich erbohrte Wasser stieg in den gleichen Jahren von 9372 500 1 auf 596 365 1. Durch diese bedeutende Quantität Wasser sind die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kap­kolonie in sehr hohem Maße verbessert worden. In Südwest­afrika sind nun die Grundwasserverhältnisse denen des übrigen Südafrika gleich. Das Schutzgebiet hat zwar nicht so viel Wasser an der Oberfläche, wie für eine dichtere Besiedlung notwendig wäre; jedoch ist unter der Oberfläche an sehr vielen Stellen Wasser zu finden. Die Wurzelfasern selbst kleiner Oflanzen er­strecken sich sehr weit in die Erde, um das Wasser aus der