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Unsere Kolonien / von Heinrich Schnee
Entstehung
Seite
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Kleinsiedlungen.

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e) Kleinsiedlungen.

Die ganz überwiegende Fläche des südwestafrikanischen Schutz­gebiets kommt, wie im vorigen Abschnitt dargelegt, nur für Viehzucht auf umfangreichen Farmen in Betracht. Daneben gibt es aber auch Gebiete, welche für Garten- und Ackerwirt­schaft geeignet sind. Die Wasserverhältnisse, insbesondere der unregelmäßige und meist auch absolut geringe Regenfall bei schneller Verdunstung, gestatten allerdings eine solche fast stets nur dann, wenn für künstliche Bewässerung gesorgt wird. Ledig­lich in den nördlichen Gebieten, im Bezirk Grootfontein, ist in den letzten Iahren Mais in größerer Menge angebaut worden, ohne daß es der künstlichen Bewässerung bedürfte. Grootfontein gehört mit einer mittleren jährlichen Niederschlagsmenge von 6^9 mm zu den hinsichtlich der Negenfälle am günstigsten ge­stellten Gebieten Deutsch-Südwestafrikas. In den übrigen Teilen der Kolonie bedarf es regelmäßig der künstlichen Bewässerung. Nur an Stellen, wo eine solche nach den Wasserverhältnissen möglich ist, lassen sich Kleinsiedlungen mit Erfolg anlegen. In dem weitaus größten Teile des Schutzgebiets ist diese Voraus­setzung nicht vorhanden. Ls können daher nur in einzelnen, be­sonders günstig gestellten Gebieten Kleinsiedlungen angelegt werden.

Für Kleinsiedlungen sind, abgesehen von den genannten Be­zirken im Norden, größere Flächen sowohl im Groß-Namaland, beispielsweise am Fischfluß, als auch im Norden bei Osona, Omaruru, Waterb crg geeignet. An verschiedenen Olätzen haben sich bereits Ansiedler niedergelassen, so in Klein-Windhuk und in Osona, welche sich besonders dem Anbau von Gemüsen, Kar­toffeln, Mais, Tabak und dem Weinbau widmen und daneben auch Hühnerzucht treiben.

Die für Kleinsiedlungen geeigneten Gegenden werden von dem Gouvernement in Heimstätten in der Größe von ^21^5 da. aufgeteilt. Den Kleinsiedlern wird neben dieser für Gartenbau und Ackerwirtschaft geeigneten Heimstätte auch eine größere Weide­fläche überwiesen, so daß sie daneben auch etwas viehwirtschaft treiben können.

Die Kleinsiedlungen haben nach zwei Richtungen hin für die wirtschaftliche Entwicklung des Schutzgebietes große Be-

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