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sammengesetzt ist. Zwar bilden an den einen Stromstrecken zwei häufige Rubiaceen mit Timonius sericeus, an anderen Stromstrecken eine Com- bretacee, die fleischrot blühende Quisqualis indica, ganze Bestände, die aus der Entfernung einheitlich erscheinen. Aber beim Nähertreten findet man zwischen ihnen Moraceen-Bäumchen verschiedener Art mit feigenartigen Früchten. Daneben treibt die Premna nitida, eine Vcrbenacee, in hollunder-artigen Blütenständen ihre vierzackigen Sternblumen, fruchten Wolfsmilch-Bäume wie die Breynia cernua und von Gnetaceen Linne's Gnetum gnemon.
In den Kronen dieser und vieler anderer Jungbäume, die sich noch nicht haben erkennen lassen, herrscht ein Insektenleben von unbeschreiblicher Vielgestaltigkeit; man kann stundenlang von Blüten und Laub gefällter Bäume sammeln und findet immer neue Formen aus allen Ordnungen. Zu meiden ist nur eine große gelbe Ameise, die Oeco- phylla smaragdina, die sich zur Behausung Blätter mit den Rändern tütenartig schließt und jeden Eingriff kriegerisch beantwortet.
Von hoher Bedeutung für das Wirtschaftsleben der Eingeborenen ist der Jungwald überall da, wo der Brotfruchtbaum, Artocarpus incisa, in Mengen auftritt; er beherrscht zuweilen kilometerweit in fast reinen Beständen das Uferbild. Von weitem erscheinen die Bäume dürftig; sie sind so licht belaubt, daß man in der ganzen Krone die Umrisse der einzelnen Blätter gegen den Himmel erkennen kann. In der Nähe aber ist der Brotfruchtbaum mit seinem silbergrauen Stamm und Geäst schön anzusehen. Der starke Mittelrippenknick der reich gezackten Blätter gibt lebhafte Glanzgegensätze, ihre Büschelstellung hebt Licht- und Schattenwirkung noch kräftiger, und die Spreiten sind genügend groß, daß sie auf Abständen, in denen anderes Laub nur als tote Silhuette erscheint, noch in frischem, transparentem Grün leuchten.
Das Unterholz des Jungwaldes legt dem Wandern meist kein Hindernis in den Weg. Aber Mos- kiten, von denen die Myzomyia punetulata zuweilen bei jedem Schritt in Scharen aufschwärmt, verleiden dem Pirschgänger bald das ohnehin kümmerliche W aidwerk.
Charakteristisch für den Jungwald ist das Fehlen würgender Schlingpflanzen; die Bestände sind vor allem gänzlich frei von Rotang. Nur bescheidenere Tinospora-Arten oder Kürbisgewächse ranken sich im Unterholz hoch.
Im Niedergrün sind, w ie überall, Zingiberaceen, Amomum aculeatum, und Alpinia-Arten häufig. An anderen Stellen gedeihen Brcnnessclgewächsc aus der Gattung Pouzolzia, an anderen wieder Gräser
wie Paspalum longifolium, Centotheca lappacea, das Schmuckgras Coix tubulosa, und Panicum patens mit sammetweich sich anfühlenden Blättern und äußerst zierlicher Verzweigung des Blütenstandes mit seinen haarfeinen, geknöpften Enden.
Im Humus des Jungwaldbodens leben Regenwürmer einer neuen Pheretima-Art und Tausendfüßler aus der Familie der Spirostreptiden. Im toten Holz, das den cremefarbenen Trichterpilz Cladoderris infundibuliformis und kleine Hutpilze mit zierlich gerippten violetten Schirmen von i cm Durchmesser auf dünnen, schwarzen, elastischen Stielen trägt, bohren Termiten, Calotcrmes in neuer Art und Microcerotermes biroi, ihre Gänge.
Ein großer Chordodes-Wurm im Maule einer Atopos-Schnecke blieb ein Unikum.
Dagegen scheinen Schlangen und Eidechsen gerade im Jungwald häufig zu sein. Die kleinen Boa-Schlangen, Enygrus asper und E. carinatus, wurden mehrfach erbeutet; von Nattern war der Stegonotus modestus und Tropidonotus picturatus, von Eidechsen Lygosoma müllcri und der Riesen- skink, die Tiliqua gigas, von Fröschen endlich Corn- ufer corrugatus nicht selten zu sehen.
Seine eigene Tierwelt beherbergt der Schilfgürtel, der als nie fehlender, bis 80 m breiter äußerster Saum den Jungwald gegen den Strom abschließt. Hier haust in Mengen ein grüner Laubfrosch, Hyla dolichopsis, und in gleicher Anpassung an das umgebende Grün die Siliquofera grandis, eine große Heuschrecke mit tütenförmig nach vorn verlängertem Kopf und krebsartigem Rostrum an der Stirn.
Regelmäßig fliegt nach Sonnenuntergang eine Libelle, Platacantha, über dem Schilf und sieht mit Riesenaugen in die späte Dämmerung. Dann verläßt auch der Flugbcutlcr, Pctaurus papuanus, seine Schlafbännie und schwirrt mit einer Fledermaus, der kleinen Nyctophilus microtis, durch die schwüle Nacht.
Lautlos jagt um dieselbe Zeit eine große, unserem Ziegenmelker ähnliche Nachtschwalbe ihrer Beute nach.
Wenn wir in langer Linie Feuer an das Schilf legten, schlugen wir kleinere Säugetiere: Eine Bcutelratte mit kurzem Schwanz, die der menschenfreundliche Abenteurer in Neuguinea, Miclucho Maclay, Brachymelis garagassi genannt hat, und Mus ringens, eine echte Nagerratte, bildete meist die minderwertige Strecke dieser Art Treibjagd beim Lagerroden.
2. Die Prallufer.
In schroffem Gegensatz zu der jungen, gleich förmigen Bewachsung" der Flachufer erhebt sich der
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